Wolf in Ostwestfalen gesichtet

Wolf in Ostwestfalen gesichtet

  • Erster Wolf des Jahres in NRW beobachtet
  • Privatmann fotografiert Tier
  • Fachleute bestätigen Sichtung

Das Tier sei am Montag (20.02.2017) nördlich von Bad Oeynhausen fotografiert worden, teilte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (B'90/Die Grünen) am Dienstag auf Twitter mit. Dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, steht nach Angaben des Landesumweltamtes (LANUV) zweifelsfrei fest. "Die wichtigen Merkmale sind eindeutig", sagte LANUV-Sprecher Peter Schütz. Da kein genetisches Material gefunden wurde, steht nicht fest, woher das Tier kommt, wie alt es ist und um welches Geschlecht es sich bei dem Wolf handelt. Das LANUV geht von einem durchziehenden Tier aus. Eine dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach NRW könne bisher nicht bestätigt werden.

Der Wolf war am Montagmorgen von Marco Brentführer in Ostwestfalen gesichtet und fotografiert worden. "Er hat nicht Reißaus genommen und ist locker vor sich hingetrabt", berichtete Mann, der das Tier vom Auto aus bemerkt hatte und fotografierte. "Es war klar, dass es sich nicht um einen Schäferhund handelte."

Jungtiere sind mobil

Der Naturschutzbund (Nabu) in NRW rechnet in nächster Zeit mit weiteren Spuren durchziehender Wölfe. "Dass Wölfe gerade zu dieser Zeit nachgewiesen werden ist nicht verwunderlich", erklärt Nabu-Fachmann Thomas Pusch. Jetzt sei wieder Hauptwanderzeit der Jungwölfe: Die geschlechtsreifen ein- bis zweijährigen Tiere verlassen das elterliche Rudel und suchen ein Territorium sowie einen Partner. Dabei legen diese "Wanderwölfe" auch lange Strecken von bis zu 70 Kilometer am Tag zurück. Rudel haben sich bislang noch nicht in NRW angesiedelt, wohl aber im benachbarten Niedersachsen. Auf dem Gebiet des heutigen NRW galt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben.

Stand: 21.02.2017, 11:33