Wohlfahrtspflege schlägt Alarm wegen Lehrstellenmangel

Jugendliche bei der Agentur für Arbeit

Wohlfahrtspflege schlägt Alarm wegen Lehrstellenmangel

  • 136.400 Bewerber auf 110.800 Ausbildungsplätze
  • Maßnahmen durch Agentur für Arbeit und Jobcenter rückläufig
  • 68 Prozent der jungen Arbeitslosen ohne Berufsabschluss

Die Wohlfahrtsverbände in NRW schlagen Alarm wegen eines Lehrstellenmangels. Im vergangenen Ausbildungsjahr fehlten 25.600 Stellen, wie aus dem am Montag (20.03.2017) in Paderborn veröffentlichten aktuellen „Arbeitslosenreport NRW“ hervorgeht. Danach standen 136.400 Bewerbern 110.800 Ausbildungsplätze gegenüber.

Mehr Vorbereitung und Begleitung zur Ausbildung

"Wenn Angebot und Nachfrage nicht funktionieren, muss von öffentlicher Seite gegengesteuert werden", erklärte der Vorsitzende des Ausschusses Arbeit/Arbeitslosigkeit der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen, Josef Lüttig. Der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor forderte die Prüfung einer Ausbildungsabgabe sowie ausreichende ausbildungsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen. Tatsächlich sei die Zahl der Maßnahmen durch Agentur für Arbeit und Jobcenter stark rückläufig.

Viele jugendliche Arbeitslose ohne Berufs- und Schulabschluss

Die anhaltende Ausbildungsplatzlücke führt laut Lüttig dazu, dass der Anteil jugendlicher Arbeitsloser ohne Berufsabschluss steigt. NRW-weit hätten 68 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren keinen Berufsabschluss, 22 Prozent nicht einmal einen Schulabschluss. Nach dem Report sollte es eigentlich ein Ausbildungsplatzüberhang geben. Denn nur so hätten Jugendliche ein auswahlfähiges Angebot.

Der Freien Wohlfahrtspflege NRW gehören unter anderem Caritas und Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische und die Landesverbände der jüdischen Gemeinden an.

Stand: 20.03.2017, 12:24