Internet-Blog "Valerie und der Priester" in Münster erfolgreich

Franziskus von Boeselager (rechts) erklärt Valerie Schönian eine Kirche

Internet-Blog "Valerie und der Priester" in Münster erfolgreich

  • Ziel: Priesterberuf erklären
  • Alle Beteiligten hoch zu frieden
  • Durchschnittlich 500.000 Leser pro Monat

Ein Jahr lang hat die Berliner Journalistin Valerie Schönian einen Priester in Münster im Alltag begleitet und darüber im Internet berichtet. Ihr Blog erreichte Millionen. Heute endete das Projekt - und die Beteiligten zogen Bilanz.

Das Projekt sollte Kirchenfernen den Priesterberuf nahebringen. Am 20. Mai 2016 hat die katholische Kirche das Internet-Projekt "Valerie und der Priester" gestartet. Ein Jahr lang begleitete die Journalistin Valerie Schönian (26) den Geistlichen Franziskus von Boeselager (39).

Nun, ein Jahr später, sind die Verantwortlichen begeistert. "Das Projekt ist ein wertvoller Beitrag zur Stärkung und Wahrnehmung des Priesterbildes gewesen", freute sich Münsters Bischof Felix Genn am Freitag (19.05.2017). Zudem habe die Kirche den Mut gehabt, etwas Neues zu wagen. Auch die 26-jährige Valerie aus Berlin war hoch zufrieden: "Also für mich hat sich das Jahr auf jeden Fall gelohnt." Sie habe erfahren, welch tiefe Bedeutung der Glaube für viele Menschen habe. Dies wisse sie nun wertzuschätzen.

Fast auf Schritt und Tritt dabei

Valerie Schönian sitzt in einer Kirchenbank

Ein Jahr lang begleitete die Journalistin Valerie Schönian den Priester Franziskus von Boeselager

Fast auf Schritt und Tritt hatte sie den 39-jährigen Franziskus in und um Münster begleitet: bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und ganz normalen Gottesdiensten. Sie redeten viel: über Gott und die Welt, aber ganz besonders über den Zölibat, über die Liebe, den Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen und vieles mehr. Die Beiden waren auch gemeinsam in Rom und beim Weltjugendtag in Krakau.

"Mein Ziel wurde erfüllt"

Auch Franziskus von Boeselager, der erst nach einiger Bedenkzeit bei dem Projekt mitgemacht hatte, ist am Ende zufrieden. Sein Ziel sei es gewesen, anderen sein Leben zu erklären, warum er zum Beispiel Priester geworden sei - "und so wie ich das mitbekommen habe, haben es viele Leute verfolgt - und zweitens ist es sehr gut rübergekommen, sehr glaubwürdig, sehr echt, und deswegen wurde das Ziel erfüllt, würde ich sagen."

Viele Jugendliche erreicht

Organisiert und finanziert hatte das Projekt eine Unterabteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Sie wollte durch "Valerie und der Priester" katholische Kirche und Priestertum einmal ganz anders in die Öffentlichkeit bringen. Nach Angaben der Organisatoren haben im Schnitt 500.000 Menschen das Projekt im Netz und in den sozialen Medien verfolgt. Vor allem Jugendliche habe die Kirche damit erreicht.

Ähnliche Projekte sollen folgen

Wegen des Erfolges sollen demnächst ähnliche Projekte in ganz Deutschland organisiert werden. Dann werden Journalisten andere Geistliche, die sich besonders für Randgruppen engagieren, in ihrem Alltag begleiten und darüber berichten. Und was wird aus Valerie und Franziskus? Sie wollen in Kontakt bleiben, auch über das Projektjahr hinaus.

Stand: 19.05.2017, 15:02