Gronau: Blockade geräumt

Zwei Atomkraft-Gegner sitzen auf dem Boden.

Gronau: Blockade geräumt

In Gronau hat die Polizei die Blockade vor der Urananreicherungsanlage geräumt. Rund 15 Atomkraftgegner hatten die Zufahrt zum Gelände seit gestern früh versperrt. Sie fordern die Schließung der Anlage. Nach Ansicht der Polizei sei man nun zum Eingreifen gezwungen gewesen, weil die betrieblichen Abläufe der Urenco zu sehr gestört worden seien.

Die Räumung am Dienstag (12.07.2016) verlief weitgehend friedlich. Einige Demonstranten mussten weggetragen werden; Spezialisten der Polizei holten die Aktivisten von den Klettergestellen, an denen sie sich angekettet hatten. Die Demonstranten wurden zur Feststellung der Personalien mit auf die Wache genommen; sie müssen sich möglicherweise wegen Nötigung verantworten.

Blockade dauerte mehr als 36 Stunden

Zwei Atomkraftgegner liegen im Stroh vor der Zufahrt zur Urananreicherungsanlage in Gronau

Die Demonstranten haben sich schon "stillgelegt" - das fordern sie auch für die UAA

Seit Montagmorgen (10.07.2016) hatten etwa 15 Atomkraftgegner die Zufahrt zur Urananreicherungsanlage in Gronau blockiert. Die Aktivisten forderten die Schließung der Anlage. Beim Schichtwechsel um sechs Uhr früh waren die Mitarbeiter der Urenco am Montag nur mit Schwierigkeiten auf das Werksgelände gekommen. Vor der Einfahrt hatten rund 20 Aktivisten zwei sechs Meter hohe Holzgestelle aufgebaut. An deren Spitze waren Kletterer angeseilt, dazwischen Transparente. Die zentralen Forderungen: Urantransporte stoppen, die Urananreicherung stilllegen.

Streit zwischen Bund und Land

Atomkraftgegner blockieren die Zufahrt zur UAA in Gronau und fordern auf Transparenten die Stilllegung

NRW-Umweltminister Remmel will die Anlage in Gronau schließen lassen

Zwischen dem Land NRW und dem Bund gibt es Streit über den Fortbestand der Anlage in Gronau. NRW-Umweltminister Remmel will sie wegen des Atomausstiegs schließen lassen, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lehnt eine Stilllegung ab. Die Urananreicherungsanlage ist die einzige zur kommerziellen Anreicherung von Uran in Deutschland. Die Anlage wird vom Urenco-Konzern betrieben. Jeweils ein Drittel gehören dem niederländischen und britischen Staat, das restliche Drittel teilen sich die Energiekonzerne RWE und EON.

Stand: 12.07.2016, 18:13