China: Importverbot für Großschlachter Tönnies

Das Logo auf dem Dach der Tönnies Fleischfabrik

China: Importverbot für Großschlachter Tönnies

  • Einfuhrverbot zeitweise in China
  • Zwei der acht Tönnies-Standorte betroffen
  • Gründe für Sperre unklar

Seit rund zehn Tagen darf der Schlacht- und Zerlegekonzern Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück nicht mehr nach China exportieren. Betroffen sind Schwarten, Pfoten und Ohren vom Schwein, die in Europa kaum Abnehmer finden und überwiegend nach Asien verkauft werden. Die Exportbeschränkung gilt dabei für die beiden Produktionsstätten des Konzerns am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück und in Weißenfels (Sachsen-Anhalt), nicht aber für die sechs weiteren Standorte.

Das Unternehmen führt intensive Gespräche mit den chinesischen Behörden. Trotzdem wurde die Sperre für Produkte aus Rheda und Weißenfels nicht aufgehoben, sagte Tönnies-Sprecher André Vielstädte am Freitag (17.02.2017) dem WDR: "Wir müssen Geduld haben".

War die Ware verdorben?

Mehrere Schweinehälften hängen an Haken in einem Schlachthof

Pfote statt Filet: Chinesen mögen's eher sehnig und knorpelig

Warum die Ware nicht über die chinesische Grenze darf, ist unklar. Laut Medienberichten soll Peking das Embargo deutschen Behörden gegenüber mit fehlerhaften Etiketten begründet haben. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" soll eine Ladung gefrorener Schweineknochen verdorben in China angekommen sein. Tönnies-Sprecher Markus Eicher erläutert dem WDR am Samstag (18.02.2017), dass bei einer Lieferung durch einen technischen Defekt am Kühlsystem eines Containers Fleisch auf dem Transportweg verdorben sei. Dies hätten auch die chinesischen Behörden bestätigt. Tönnies habe das Fleisch ordnungsgemäß verschickt. In anderen Fällen habe die Deklaration nicht gestimmt oder die Plomben eines Fleischcontainers hätten nicht zum Gesundheitszertifikat gepasst.

Stand: 18.02.2017, 09:28