Borghorster Stiftskreuz ist wieder da

Das Borghorster Stiftskreuz liegt auf einem Tisch.

Borghorster Stiftskreuz ist wieder da

  • Bischof präsentiert wertvolles Kunstwerk
  • Gestohlenes Kreuz auf den ersten Blick noch intakt
  • Verdächtiger zeigte sich kooperativ

Große Erleichterung im Bistum Münster: Das vor mehr als drei Jahren gestohlene Stiftskreuz ist wieder da. Am Freitagvormittag (17.02.2017) präsentierte Bischof Felix Genn das mittelalterliche Kunstwerk aus dem elften Jahrhundert im Rahmen einer Pressekonferenz.

Nur der Fuß aus Plexiglas fehlt

Bischof Felix Genn hält das Stiftskreuz in den Händen.

Das Kreuz ist auf den ersten Blick noch intakt, nur der moderne Fuß aus Plexiglas fehlt. Das Kreuz muss aber noch genau untersucht werden. Die etwa 40 Zentimeter große Arbeit aus Gold und Edelsteinen war am 29. Oktober 2013 aus der Nikomedes-Kirche in Borghorst (Kreis Steinfurt) gestohlen worden. Die Diebe hatten eine diebstahlgesicherte Vitrine aufgebrochen und das Kreuz erbeutet. Es hat einen Versicherungswert von 7,75 Millionen Euro und gilt als Zeugnis sakraler Kunst aus der Salierzeit.

Nach dem spektakulären Raub hatte das Landgericht Münster im Oktober 2015 drei Männer einer arabisch-libanesischen Großfamilie aus Bremen zu Haftstrafen von viereinhalb und fünf Jahren verurteilt. Solche Clans sind polizeibekannt auch in Gelsenkirchen und Berlin-Neukölln. Das Gericht war davon überzeugt, dass die Libanesen das Kreuz gestohlen hatten. Im September 2016 wurde in Bremen ein möglicher Komplize festgenommen. Er bestreitet aber, an der Tat beteiligt gewesen zu sein oder gar den Auftrag dazu gegeben zu haben. Er will nur bei der Vermittlung des Kreuzes an einen ihn unbekannten Käufer geholfen haben.

Verdächtiger gab offenbar den entscheidenden Tipp

Bei der Wiederbeschaffung des Kreuzes spielte dieser Mann wohl eine Schlüsselrolle. Er habe der Justiz mitgeteilt, er kenne den aktuellen Besitzer des Stiftskreuzes und könne dieses möglicherweise zurückgeben, berichtete ein Sprecher des Landgerichts Münster am Freitag. Deshalb sei der Haftbefehl gegen ihn am Mittwoch (15.02.2017) außer Vollzug gesetzt worden. Der Mann ist also wieder auf freiem Fuß, muss sich aber zweimal pro Woche bei der Polizei melden. Der Prozess gegen ihn soll im März beginnen. Nach Darstellung des Bistums haben aber auch zwei der drei verurteilten Diebe bei der Wiederbeschaffung maßgeblich geholfen. Am Dienstag (14.02.2017) sei das Kreuz in Bremen einem Osnabrücker Rechtsanwalt übergeben worden.

Diebe hatten offenbar Skrupel

Den Dieben sei die Bedeutung des Raubgutes zunächst nicht bewusst gewesen, erläutert der inzwischen emeritierte Generalvikar Norbert Kleyboldt. Ihnen sei aber schnell der ideelle Wert aufgegangen, und daher hätten sie das Gold des Kreuzes nicht eingeschmolzen.

Stand: 17.02.2017, 20:01