Bünde: Weiterhin hohe Einnahmen durch Tabaksteuer

Zigarettenschachteln im Regal

Bünde: Weiterhin hohe Einnahmen durch Tabaksteuer

Die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen haben offenbar kaum Menschen vom Rauchen abgehalten. Die Tabaksteuereinnahmen bleiben laut der Steuerzeichenstelle in Bünde auf dem Niveau des Vorjahres.

Die "Ekelbilder", die seit Mai dieses Jahres auf allen Zigarettenpackungen abgebildet werden müssen, haben offenbar kaum Menschen vom Rauchen abgehalten. Die Steuerzeichenstelle in Bünde, die bundesweit die Tabaksteuer bei den Herstellern einzieht, rechnet bis Ende des Jahres mit Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro. Das ist ähnlich viel wie in den Vorjahren.

Suchtexperten bewerten die „Ekelbilder“ durchaus als sinnvoll. Auch wenn Raucher diese Bilder auf den Packungen abkleben, würden sie sich gedanklich mit dem Thema beschäftigen, so ein Sprecher der Sucht-Klinik in Bielefeld-Bethel. Ob sie dann wirklich aufhören sei eine andere Frage! Auch Studien aus Kanada zeigen, dass die Ekelbilder besonders bei Menschen, die nur gelegentlich rauchen, wirken. Hier gibt es die Ekelbilder schon länger auf den Verpackungen.

25 Milliarden Euro Kosten im Gesundheitssystem

Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, sieht das anders. Er hält die Ekelbilder für wirkungslos, weil Raucher die gezeigten Erkrankungen auf andere beziehen, aber nicht auf sich selbst.

Raucher verursachten durch ihr Verhalten etwa 25 Milliarden Euro Kosten im Gesundheitssystem. Deshalb plädiert Theodor Windhorst dafür, Zigaretten teurer zu machen. In anderen Ländern müsten Raucher schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Eine gesellschaftliche Ächtung allerdings, wie zum Beispiel Raucher im Restaurant vor die Tür zu schicken, halte heute niemanden mehr vom Qualmen ab. Da ist sich der Ärztekammerpräsident sich.

Stand: 22.11.2016, 07:42