Bewährungsstrafe für Erzieherin in Porta Westfalica

Tagespflegeeinrichtung in Porta Westfalica

Bewährungsstrafe für Erzieherin in Porta Westfalica

  • 16 Monate alter Junge in Kübel ertrunken
  • Sorgfalts- und Aufsichtspflicht verletzt
  • Staatsanwalt hatte Geldstrafe gefordert

Für den Tod eines Kleinkindes in ihrer Kita in Porta Westfalica ist eine Erzieherin mit sechs Monaten Haft bestraft worden. Das Amtsgericht Minden hat die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Weil die Frau ihre Aufsichtspflicht verletzt hatte, ist im Juni 2015 ein 16 Monate alter Junge ertrunken.

Mit dem Urteil schloss sich das Gericht der Forderung der Eltern des tödlich verunglückten Kindes als Nebenkläger an. Die Staatsanwaltschaft hatte nur eine Geldstrafe für die 38-jährige Leiterin der privaten Kindertagespflege gefordert. Die Verteidigung selbst hatte keinen Strafantrag gestellt und ließ offen, ob sie das Urteil annehmen wird.

Entschuldigung gegenüber den Eltern

In dem Prozess vor dem Amtsgericht Minden am Freitag (17.02.2017) hatte die Anwältin der Erzieherin zunächst die Einstellung des Verfahrens vorgeschlagen. Die Erzieherin sei psychisch bereits schwer angeschlagen, habe ihre berufliche Existenz verloren und lebe von Hartz-IV. Die Erzieherin hatte zum Prozessauftakt ihren Fehler eingestanden. Sie habe das Kind kurz aus dem Auge verloren. Den Eltern sprach die 38-Jährige ihr Mitgefühl aus.

Die Erzieherin war im Juni 2015 mit vier Kindern zu einem Hühnerstall auf dem Grundstück gegangen. Der 16 Monate alte Junge krabbelte allerdings, unbemerkt von der Erzieherin, weg von der Gruppe. Dabei stürzte es kopfüber in einen Maurerkübel. Obwohl er nur wenige Zentimeter mit Wasser gefüllt war, ertrank das Kind darin.

Stand: 17.02.2017, 15:51