Zehn Jahre nach "Kyrill": Wald in Südwestfalen wird weiter aufgeforstet

Bilanz zehn Jahre nach Orkan "Kyrill"

Zehn Jahre nach "Kyrill": Wald in Südwestfalen wird weiter aufgeforstet

Von Heinz Krischer

  • NRW-Umweltminister Remmel zieht Bilanz
  • Minister sieht Wald in Südwestfalen auf "gutem Weg"
  • Orkan riss 25 Millionen Bäume um
  • Laubbestände sollen Wälder "klimafest" machen
  • Holzbranche ist skeptisch

Im Januar 2007 fegte der Orkan "Kyrill" über Deutschland. Er forderte elf Todesopfer - und richtete vor allem in den Wäldern Südwestfalens enorme Schäden an. Zehn Jahre später dauere die Aufforstung der Wälder an , sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel am Dienstag (10.01.2017) bei einem Ortstermin im Neuenrader Wald im Sauerland.

Verheerende Verwüstungen

Die entwurzelten Bäume eines Waldes haben eine Hütte begraben

Orkanschäden durch "Kyrill" im Jahr 2007

25 Millionen Bäume wurden umgerissen, vor allem Fichten. Bei Waldbauern wie Eckhard Roß aus Neuenrade wurde die Arbeit von Generationen vernichtet. Denn Holz, das eigentlich über Jahre hinweg geerntet werden sollte, musste damals auf einen Schlag aufgearbeitet werden.

"Über Schock hinweg"

Bilanz zehn Jahre nach Orkan "Kyrill"

Eckhard Roß

"Mittlerweile sind wir aber über den Schock hinweg", sagt Roß, der eine Zimmerei hat und selbst viel des Kyrill-Holzes verarbeiten konnte. Die Landesregierung will die Wälder mit mehr Laubholz vor Orkanen schützen. Laubholz wie etwa Buchen garantieren wegen der tieferen Wurzeln eine bessere Standfestigkeit. Vor dem Sturm standen in den Wäldern 93 Prozent Nadelbäume. Heute sind es nur noch 53 Prozent, 47 Prozent sind Laubbäume.

Skepsis in der Holzbranche

Bilanz zehn Jahre nach Orkan "Kyrill"

Minister Remmel (links) beim Ortstermin im Sauerland

Problematisch sieht den Umbau die Holz-Industrie in NRW. Sie zählt mit zu den großen Branchen in NRW – 215.000 Menschen arbeiten hier, sie erwirtschaften 38 Milliarden Euro Umsatz. Sägewerker und auch Holzbauern haben sich bisher auf Nadelholz eingestellt - und auch Waldbesitzer verdienen damit am meisten: Mit Fichtenwäldern lässt sich ein deutlich höherer Reinertrag erzielen als mit Buchenwäldern.

Kyrill-Fläche im Jahr 2017

Eine "Kyrill-Fläche" heute: Blick vom Lahnhof ins Siegtal

Stand: 10.01.2017, 15:16