Länder wollen Bergheiden im Rothaargebirge retten

Heidschnucken am Kahlen Asten

Länder wollen Bergheiden im Rothaargebirge retten

Von Corina Wegler

  • NRW und Hessen machen gemeinsame Sache.
  • Naturschutz im Rothaargebirge und am Diemelsee.
  • Einzigartige Lebensräume sollen erhalten bleiben.
  • Die Länder investieren knapp eine Million Euro.

Ein länderübergreifendes Naturschutzprojekt soll die Bergheiden in den Naturparks Rothaargebirge und Diemelsee retten. Knapp eine Million Euro wollen NRW und Hessen dafür investieren. Das hat der Naturpark Sauerland Rothaargebirge am Mittwoch (11.10.2017) in Schmallenberg mitgeteilt.

Seltene Lerche lebt im Grenzgebiet

Eine Heidelerche steht auf Steinen und zwitschert

Rarer Blickfang: die Heidelerche

Die Bergheiden sind einzigartige Lebensräume. Dort wachsen Preisel- und Blaubeeren, dort lebt auch die eher seltene Heidelerche. Aber es gibt auch Probleme: So wuchern die Heiden etwa mit Bäumen und Sträuchern zu. Das soll sich durch das Projekt ändern.

Zum Teil wollen Naturschützer der Biologischen Station des Hochsauerlandkreises die Pflanzen entfernen. Aber auch Tiere haben in solchen Projekten eine wichtige Bedeutung: Ziegen etwa sollen die Gehölze kleinknabbern und so dafür sorgen, dass die Bergheiden auch langfristig erhalten bleiben. Außerdem beweiden Schafe künftig die Grasflächen.

Wissenschaftliche Begleitung

Für das länderübergreifende Naturschutzprojekt sind viereinhalb Jahre veranschlagt. Landschaftsökologen der Universität Osnabrück werden es wissenschaftlich begleiten. Sie werden unter anderem dokumentieren, wie sich die Pflanzen- und Tierwelt auf den Bergheiden verändert.

Hochheiden gelten europaweit als geschützte Lebensräume. Sie sind allerdings seit Mitte des 19. Jahrhunderts selten geworden. Auch bei den Bergheiden in den Naturparken Rothaargebirge und Diemelsee handelt es sich nicht um eine große Fläche, sondern um rund 50 kleinere Bereiche mit einer Gesamtgröße von 190 Hektar.

Impulse für Tourismus

Ähnliche Projekte - zum Beispiel in Winterberg - haben gezeigt: Solche Flächen lassen sich auch touristisch anschließend sehr gut vermarkten.

Stand: 12.10.2017, 11:29