Libellenatlas NRW: 73 Arten schwirren durchs Land

Rote Feuerlibelle auf einem Blattstängel

Libellenatlas NRW: 73 Arten schwirren durchs Land

Libellenforscher haben in NRW 73 verschiedene Libellenarten gezählt. Dabei wurden sogar Zuwanderer vom Mittelmeer – wie die Feuerlibelle – gesichtet. Auch ungewöhnliche Lebensräume werden von den Tieren besetzt. Manchmal reicht eine Baustellenpfütze.

73 Libellenarten schwirren durch Nordrhein-Westfalen. Wo genau sie vorkommen, haben ehrenamtliche Libellenforscher gemeinsam mit dem LWL-Naturkunde-Museum nun in einem Atlas dokumentiert, der am Samstag (26.11.2016) veröffentlicht wurde. Die akribische Geländearbeit der Hobbyforscher offenbare dabei immer wieder Überraschungen, so Jan Ole Kriegs, Direktor des Naturkundemuseums. "Wir finden seltene Arten nicht immer nur in den geschützten Lebensräumen: Manchmal reicht eine frisch aufgeschobene Baustellenpfütze", sagte Kriegs. Lebensraum fänden die Insekten im Industrieland auch in Regenrückhaltebecken oder auf Abraumhalden des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet.

Libelle auf einer Blüte

Schimmert blau: Die gebänderte Prachtlibelle

Der Lebensraum für die Moorlibelle hingegen wird knapp: Die seltene Spezies findet sich nur noch in Naturschutzgebieten wie dem Heiligen Meer oder dem Amtsvenn. Erholt haben sich laut Kriegs dagegen zahlreiche in Auenlandschaften heimische Arten: Waren sie durch die Flussbegradigungen in den 1960er Jahren gefährdet, finden sie an den renaturierten Gewässern beispielsweise an Lippe und Ems nun wieder gute Lebensbedingungen. Auch eingewanderte Arten aus dem Mittelmeerraum, wie die inzwischen in NRW heimische Feuerlibelle, tragen zur Vielfalt bei.

Neben einem Arten-Steckbrief und Bildern zeigt das der Libellenatlas auch Verbreitungskarten. Die Leser können sich über das Vorkommen aller in Westfalen wild lebenden Libellen informieren.

Stand: 28.11.2016, 12:04