Nordafrikaner illegal in Münster

Menschen stehen am Hauptbahnhof am Ausgang zum Bremer Platz in Münster

Nordafrikaner illegal in Münster

In Münster gibt es offenbar mehr Probleme mit kriminellen Nordafrikanern als bisher bekannt. Das geht aus einem internen Papier des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hervor, das dem WDR vorliegt.

Danach seien Marokkaner und Algerier als Flüchtlinge getarnt illegal aus Belgien oder Frankreich gekommen, um dort einer Strafverfolgung zu entgehen. In Münster sollen die Männer ihren Lebensunterhalt mit Drogenhandel - vor allem im Umfeld des Bahnhofs - sowie mit Diebstählen finanzieren, heißt es in dem internen Schreiben. Und weil auch die gefassten Täter meist nicht verurteilt würden, hätten sie jeglichen Respekt vor Polizei und Justiz verloren.

Falsche Namen im Asylverfahren

Bei ihren Asylverfahren gäben viele falsche Namen an, eine freiwillige Ausreise nach Frankreich oder Belgien sei nicht zu erwarten, da die Männer hier, so wörtlich, "mit einem geringen Aufwand in der Lage seien, ein nach ihren Maßstäben angenehmes Leben zu führen". Das Schreiben datiert vom 20. Januar. Zu klären ist jetzt, warum der Inhalt geheimgehalten wurde.

Flüchtlingshilfe besorgt

Drei Personen sitzen an einem Tisch

Enttäuscht: die Flüchtlingshilfe Münster-Ost

Die Flüchtlingsinitiative Münster-Ost hat darum heute zu einer Pressekonferenz geladen: „Es ist inakzeptabel, dass wir durch die Medien über die Situation informiert wurden“, sagte Babette Lichtenstein von Lengerich. 350 ehrenamtliche Helfer seien in der Flüchtlingshilfe organisiert. "Wir haben diesen Helfern gegenüber eine Verantwortung“. Es gehe nicht darum, Flüchtlinge zu stigmatisieren, unterstrich auch der evangelische Pfarrer Reinhard Witte. Münsters „einzigartige Willkommenskultur“ dürfe aber nicht gefährdet werden.

Stand: 10.03.2016, 20:00