Razzia gegen Abgasbetrüger an der A2 bei Bielefeld

Kontrolle eines Lastwagens

Razzia gegen Abgasbetrüger an der A2 bei Bielefeld

Auf einem Rastplatz an der A2 bei Bielefeld hat das Bundesamt für Güterverkehr am Mittwoch (15.03.17) bei Lastwagen kontrolliert, ob sie ihre Abgasanlagen manipulieren.

Möglich ist diese Manipulation mit einem Gerät, das die Bordelektronik aushebelt. Dem Motor wird vorgegaukelt, es werde AdBlue zugegeben, obwohl das nicht passiert. Ergebnis: der Lastwagen stößt extrem viele Schadstoffe aus.  

AdBlue ist ein Zusatzstoff, der dafür sorgt, dass Stickoxide in Wasser umgewandelt werden. Die Einspritzung mit AdBlue erfolgt bei modernen Diesel-Motoren automatisch. Das kleine Zusatzgerät, dass diese Einspritzung abschaltet, ist in Europa eigentlich verboten, und es ist manchmal schwierig, es zu finden. Bei der heutigen Kontrolle entdeckten die Experten ein solches Gerät direkt im Handschuhfach eines Lkw.

Speditionen sparen an AdBlue

Mit diesem "AdBlue-Emulator" tricksen Speditionen


Dabei handelt es sich nicht nur um einen Umweltskandal, sondern es geht auch um bares Geld: die Experten schätzen, dass ein manipulierter Lkw pro Jahr rund 1.200 Euro Kosten für AdBlue spart. Außerdem begehen die Spediteure mit diesen Fahrzeugen einen Maut-Betrug: denn die Maut-Höhe richtet sich auch nach der Umweltverträglichkeit der Abgase. Im Verdacht stehen vor allem Speditionen aus Osteuropa, und besonders die kleineren. Das Gerät lässt sich für wenig Geld im Internet kaufen.

Stand: 15.03.2017, 15:05