JVA Münster bleibt geschlossen

Blick in einen der Gänge der JVA Münster.

JVA Münster bleibt geschlossen

Das im Sommer geräumte Gefängnis in Münsters Innenstadt bleibt für Strafgefangene geschlossen. Das sagte jetzt der Leiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes, Markus Vieth.

Markus Vieth ist überzeugt, dass der alte Gefängnisbau einsturzgefährdet ist. Ein neues Baugutachten über das Gefängnis in der Innenstadt hatte zuvor für Spekulationen um die Zukunft des 160 Jahre alte Gebäudes gesorgt. Die Bezirksregierung Münster hatte am Mittwoch (12.10.2016) mitgeteilt, eine akute Gefährdung der Standsicherheit sehe ihr Gutachter nicht. Denkmalschützer hatten im Auftrag der Bezirksregierung Münster den 160 Jahre alten Gefängnisbau nochmals genau unter die Lupe genommen.

BLB-Chef Vieth traut dem neuen Gutachten nicht. Er setzt vielmehr auf die Untersuchungen, die im Auftrag seines Betriebes erstellt worden sind. Danach ist der Gefängnisbau marode und nicht mehr für den Strafvollzug geeignet. Der Betrieb hatte Anfang Juli erklärt, es drohe ein spontanes Versagen der Statik, sprich: Einsturzgefahr. Daraufhin war das Gefängnis mit über 400 Inhaftierten binnen 48 Stunden fast komplett geräumt worden.

Gebäude soll erhalten bleiben

Blick in die Kuppel der JVA Münster.

Gebäude soll erhalten bleiben

Markus Vieth will allerdings die Empfehlungen der Denkmalbehörde bei der Bezirksregierung aufgreifen und Maßnahmen zum Erhalt des Gebäudes treffen. Die mehr als 400 Häftlinge, die Anfang Juli in andere Gefängnisse verlegt wurden, kehren aber nicht nach Münster zurück. Was aus der Haftanstalt nun wird, ist derzeit völlig offen.

Busse transportieren in Münster Häftlinge ab

Am Donnerstagvormittag (07.07.2016) hat die Räumung der JVA Münster begonnen. Risse in den Decken des baufälligen Gefängnisses sind der Grund für die schnelle Räumung. Das Justizministerium stellt Busse bereit, um die Häftlinge in andere Gefängnisse zu transportieren.

Weiß-blauer-Bus links auf einem Platz, rechts zweiter Bus vor der Toreinfahrt

In kurzer Zeit kamen die ersten acht Busse am Donnerstagvormittag (07.07.2016) in Münster an.

In kurzer Zeit kamen die ersten acht Busse am Donnerstagvormittag (07.07.2016) in Münster an.

Polizeieinsatzkräfte sicherten die Räumung im Innenhof der JVA.

Die Gefangenen hatten für ihre persönlichen Dinge eine Kiste erhalten, sie durfte nicht schwerer als 10 Kilo werden.

Das Gefängnis liegt mitten in der Innenstadt von Münster; neben dem Sicherheitspersonal der JVA ist auch die Polizei in die Räumung eingebunden

Der erste Bus mit 20 Häftlingen hatte das Gelände der JVA Münster gegen 10.30 Uhr verlassen.

Einige Häftlinge wurden auch per Einzeltransport in andere Justizvollzugsanstalten gebracht.

Das münsterische Gefängnis ist mit rund 160 Jahren das älteste in NRW.

Schon seit Monaten wurden die Risse im Gebäude ständig durch Mess-Sonden überprüft.

Die Instandhaltung des maroden Gefängnisses in Münster hat seit 2010 mehr als zweieinhalb Millionen Euro gekostet.

Insgesamt werden bis Freitagmittag (08.07.2016) 515 Häftlinge in andere Gefängnisse verlegt.

Stand: 13.10.2016, 20:00