Personalnot im Jobcenter Münster

Hinweistafel vor dem Jobcenter Münster

Personalnot im Jobcenter Münster

Von Petra Brönstrup

Im Jobcenter Münster sind aktuell 42 der 322 Stellen nicht besetzt. Die Stadt hat Konsequenzen angekündigt, damit die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen auch weiterhin sichergestellt ist.

Das Problem ist seit der Gründung des Jobcenters vor fünf Jahren von Jahr zu Jahr größer geworden. Anfangs waren nur vier Planstellen unbesetzt. Im Jahr 2015 waren es schon 16, mittlerweile sind es 42. Gleichzeitig gibt es eine hohe Fluktuation. Allein im vergangenen Jahr hätten 50 Mitarbeiter den Arbeitsplatz gewechselt, Berufsanfänger sagt Münsters Personaldezernent Wolfgang Heuer. Das Jobcenter ist eine Abteilung der Stadt.

Es ist zuständig für mehr als 22.000 Menschen in über 11.000 sogenannten Bedarfsgemeinschaften. Es zahlt Hartz-IV-Leistungen aus, vermittelt Langzeitarbeitslose in Arbeit. Nur: Wie soll das funktionieren, wenn zu wenig Personal zur Verfügung steht?

Kein Personal - keine Beratung

Leiter des Jobcenters Ralf Bierstedt an seinem Schreibtisch.

Job-Center-Chef Ralf Bierstedt hat Personalprobleme

Der Leiter des Jobcenters, Ralf Bierstedt, räumt Probleme ein. "Wenn Menschen fehlen, können keine Beratungsgespräche stattfinden, auch können keine Menschen in eine Qualifizierungsmaßnahme oder in den Beruf begleitet werden." Zwar hat das Jobcenter im vergangenen Jahr rund 3.000 Langzeitarbeitslosen in Arbeit verholfen. Es wären aber vielleicht mehr gewesen, wenn mehr Personal zur Verfügung gestanden hätte.

Schlechter Ruf bei Mitarbeitern

Das Problem ist nicht plötzlich entstanden. Seit der Gründung im Jahr 2012 vergrößerte sich die Personallücke von Jahr zu Jahr. Der Grund: Das Jobcenter als Arbeitsstätte hat ein schlechtes Image: das Arbeitspensum, der Kontakt mit zum Teil schwierigen Menschen in Existenznöten, die komplizierte Rechtslage. Es gib nur wenige städtische Mitarbeiter, die hier freiwllig arbeiten möchten.

Mehr Geld und bessere Karrierechancen

Der Personaldezernent der Stadt Münster, Wolfgang Heuer, hat nun die Reißleine gezogen. Zusammen mit dem Chef des Jobcenters und dem Personalrat der Stadt Münster hat er vereinbart, dass die Mitarbeiter im Jobcenter mehr Geld und bessere Karrierechancen erhalten sollen. So sollen insbesondere Berufsanfänger für die Arbeit im Jobcenter gewonnen werden. Heuer: "Man darf nicht übersehen: Wir stehen gegenüber Mitarbeitern und Hilfesuchenden in der Pflicht. Da, wo die Verhältnisse nicht gut sind, müssen sie geschaffen werden."

Stand: 15.05.2017, 20:00