Wertverfall: Ärger bei Siegener Grundstücksbesitzern

Ärger bei Siegener Grundstücksbesitzern

Wertverfall: Ärger bei Siegener Grundstücksbesitzern

Von Lea Grote

  • Anwohner in Niederschelden wollen Wiedergutmachung.
  • Ihre bebauten Grundstücke gelten als "forstwirtschaftliche Fläche".
  • Die Folgen: Strenge Bauauflagen und Wertverfall.
  • Stadt Siegen will keine Änderung vornehmen.

Fünf Grundstücke an einer waldnahen Straße in Siegen-Niederschelden sind in den 80er-Jahren als forstwirtschaftliche Fläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen worden - obwohl dort Häuser stehen. Die Folgen beschäftigen die Besitzer bis heute.

Der Carport der Familie Silz auf einem der Grundstücke soll jetzt abgerissen werden. Lothar und Annemarie Silz haben ihn ohne Genehmigung der Stadt Siegen gebaut - weil sie nicht einsehen, dass für ihr Grundstück strengere Regeln gelten sollen als für andere.

Nur noch 55 Cent wert

Ärger bei Siegener Grundstücksbesitzern

Das Ehepaar Silz kämpft für eine andere Einstufung seines Grundstücks

"Das hat praktisch die Folge, dass ein Bauantrag nicht genehmigt wird, wenn wir ihn stellen", sagt Lothar Silz. Außerdem sei der Wert der betroffenen Grundstücke dramatisch gesunken: Auf 55 Cent pro Quadratmeter - im Vergleich zu 110 Euro pro Quadratmeter nur ein paar Häuser weiter.

Seit Jahren befindet sich das Ehepaar in einem Rechtsstreit mit der Stadt. Zusammen mit ihren Nachbarn hat es einen Antrag gestellt: Die fünf betroffenen Grundstücke sollen wieder dem Innenbereich der Stadt zugeordnet werden. Bis zur Zusammenlegung von Siegen, Hüttental und Eiserfeld war das noch der Fall.

Die Stadt Siegen entgegnet, dass eine Neuzuordnung nicht möglich sei. Die Ausweisung einer Fläche im Flächennutzungsplan "entfaltet (…) keine unmittelbare Rechtswirkung, insbesondere kein Baurecht und keine wesentliche Wertminderung."

Anwohner klagen vor Verwaltungsgericht

Mit dem Antrag der Anrainer hat sich am Mittwoch (11.10.2017) der Hauptausschuss der Stadt Siegen beschäftigt - und ihn abgelehnt. Parallel läuft jetzt noch eine Klage der Grundstücksbesitzer beim Verwaltungsgericht Arnsberg.

Stand: 12.10.2017, 08:03