Gemeinsamer evangelisch-katholischer Religionsunterricht in NRW

Gemeinsamer evangelisch-katholischer Religionsunterricht in NRW

  • Bistümer und evangelische Landeskirchen treffen Vereinbarung
  • Erzbistum Köln unterschreibt nicht
  • Einstellung auf veränderte Schullandschaft

Evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler können ab dem kommenden Schuljahr gemeinsam im Fach Religion unterrichtet werden. Das teilten am Freitag (01.09.2017) das Bistum Münster und die Evangelische Kirche von Westfalen mit.

Danach haben die evangelischen Landeskirchen in NRW und die katholischen Bistümer in Aachen, Münster, Essen und Paderborn eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Sie gilt für Grundschulen und weiterführende Schulen im Sekundar I-Bereich. Das Schulministerium in Düsseldorf habe bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen.

Katholische und evangelische Kinder können zusammen unterrichtet werden

WDR 2 | 01.09.2017 | 03:05 Min.

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Erzbistum Köln sieht keinen Handlungsdruck

Das Erzbistum Köln beteiligt sich nicht an der Kooperation. Im Bistum sei weiter mehr als jeder dritte Schüler katholisch, heißt es in einer Stellungnahme. Es bestehe daher kein Handlungsdruck, alternative Modelle zu entwickeln.

Zahl christlicher Schüler geht zurück

Mit der Zusammenarbeit stellen die beiden großen Kirchen sich auf die veränderte Schullandschaft ein. Die Zahl christlicher Schüler sei rückläufig, heißt es. Schon jetzt werde der evangelische oder katholische Religionsunterricht nicht selten gemeinsam im Klassenverband erteilt, zum Beispiel, weil es nur wenige evangelische oder katholische Kinder gibt.

Geltende Praxis widerspricht Verfassung

Diese Praxis entspreche aber weder dem Grundgesetz, noch der Landesverfassung oder dem Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Leitmotiv der jetzt beschlossenen Kooperation heiße: "Gemeinsamkeiten stärken - Unterschieden gerecht werden". Dazu müssten die weiter geltenden konfessionellen Lehrpläne in entsprechende Unterrichtspläne übersetzt werden.

Schulen, die den sogenannten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht anbieten wollen, müssen einen Antrag bei der Schulaufsichtsbehörde stellen. Die Kirchen müssen dem Antrag im Einzelfall zustimmen.

Stand: 01.09.2017, 11:52