Anklage nach Brand in Hövelhofer Flüchtlingsunterkunft

Anklage nach Brand in Hövelhofer Flüchtlingsunterkunft

Nach dem Brand in einem Flüchtlingsheim in Hövelhof bei Paderborn ist jetzt (24.03.2017) Anklage gegen drei Bewohner erhoben worden. Sie sollen im Januar aus Frust über die Unterbringung ihre Wohnbaracke angezündet haben.

Den Männern aus Algerien wirft die Staatsanwaltschaft Paderborn besonders schwere, gemeinschaftliche Brandstiftung vor. Sie habe Anklage gegen die 20 und 21 Jahre alten Zuwanderer erhoben, teilten die Ermittler am Freitag (24.03.2017) mit. Das Trio soll am 5. Januar dieses Jahres eine Matratze angezündet haben. Zwei weitere zunächst Festgenommene waren wegen mangelnden Tatverdachts wieder freigelassen worden.

Fast 60 Menschen durch Rauch verletzt

Das Feuer hatte sich im gesamten Gebäudetrakt ausgebreitet. Zwei der ehemaligen Militärbaracken brannten vollständig aus. 57 Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen und Reizungen der Atemwege.

Zaun vor den Baracken an der Flüchtlingsunterkunft Hövelhof-Staumühle mit Stacheldraht

Die Flüchtlingsunterkunft Hövelhof-Staumühle am Morgen nach dem Brand

Die mutmaßlichen Brandstifter lebten seit Ende 2016 in der Unterkunft in Hövelhof-Staumühle. Zeugen hatten nach der Festnahme berichtet, dass die Männer Mitarbeitern der Unterkunft mit massiven Unruhen gedroht hätten, falls sie nicht zeitnah in eine andere Einrichtung verlegt würden. Die drei Algerier bestreiten, an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein.

Einrichtung wird Ende April geschlossen

In Staumühle am Rande der Senne sind nach Angaben der Bezirksregierung Detmold 430 Flüchtlinge untergebracht. Ausgelegt ist die Unterkunft für insgesamt 900 Flüchtlinge. Nach dem Brand und mehreren Auseinandersetzungen wurde aber entschieden, die Einrichtung Ende April 2017 zu schließen. Die Flüchtlinge werden ab Mai in Oerlinghausen (Kreis Lippe) untergebracht.

Stand: 24.03.2017, 11:30