Fünfte Verhaftung nach Razzia bei Hundezüchter im Siegerland

Mehrere Hunde in Zwingern des Hundehandels in Kreuztal

Fünfte Verhaftung nach Razzia bei Hundezüchter im Siegerland

Nach der Durchsuchung bei einem Hundezüchter in Kreuztal am Mittwoch hat die Polizei am Donnerstag (15.12.2016) in Köln eine geflüchtete Mitarbeiterin verhaftet. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt wegen erwerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs beim Handel mit Hunden.

Das Hundezüchter-Ehepaar und seine Tochter wurden am Mittwoch festgenommen, außerdem eine Tierärztin aus Hessen. Sie soll gefälschte Impfpässe ausgestellt haben. Polizeibeamte fanden auf dem Gelände des Hundezüchters in Kreuztal neben völlig verwahrlosten Hunden auch mehrere Kadaver.

Trotz Anzeigen lief Handel weiter

Polizisten vor dem Haus des Hundehändlers in Kreuztal

Polizisten vor dem Haus des Hundehändlers in Kreuztal

Die Staatsanwaltschaft Hagen überlegt, das komplette Gelände unter Quarantäne zu stellen. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" erhebt schon länger schwere Vorwürfe gegen den Züchter. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Hundewelpen in Polen für 80 bis 100 Euro gekauft und dann für 1.000 Euro als eigene Zucht weiterverkauft zu haben.

Haus und Grundstück des Hundehandels in Kreuztal

Haus und Grundstück des Hundehandels in Kreuztal

Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation erklärte: "Wir kennen ihn ja jetzt schon seit Jahren, natürlich nicht persönlich. Sondern weil sich immer wieder Leute bei uns gemeldet haben, die Hunde gekauft haben. Die Hunde waren krank, sind sogar gestorben. Es wurden Anzeigen gemacht, aber dieses Geschäft ging seltsamerweise immer weiter und weiter."

Kreisveterinäramt kontrollierte

Das Kreisveterinäramt Siegen-Wittgenstein sagte, der Betrieb sei seit vielen Jahren ein Dauerthema. In den vergangenen Monaten habe man ihn mehrmals kontrolliert - auch unangekündigt. Zwar seien Verstöße festgestellt und Auflagen erteilt worden - etwa, dass der Bestand verringert werden müsse. Aber die Verstöße seien nie so gravierend gewesen, dass man die Einrichtung hätte schließen müssen.

Stand: 15.12.2016, 10:42