Edelkrebse für das Sauerland

Aussetzung von Edelkrebsen

Edelkrebse für das Sauerland

  • Heimische Edel- und Steinkrebse vom Aussterben bedroht
  • Rund 2.000 Edelkrebse wurden ausgewildert
  • Bedrohung durch Amerikanische Flusskrebse und die Krebspest

In der Fürwigge-Talsperre bei Meinerzhagen im Sauerland haben am Donnerstag (26.10.2017) mehr als 2.000 Krebse ein neues Zuhause gefunden. Sie sollen den Fortbestand ihrer Art sichern. Denn Edelkrebse und Steinkrebse sind in unseren Regionen äußerst rar.

Eingeschleppte Feinde

Aussetzung von Edelkrebsen

Ruhrverband-Mitarbeiter an der Fürwigge-Talsperre

Ihre größten Feinde sind die eingeschleppten Amerikanischen Flusskrebse, erklärt Markus Kühlmann vom Ruhrverband: Diese seien entweder als Speisekrebse oder über den Aquaristik-Handel eingeführt worden. „So sind sie dann in Aquarien und Gartenteiche gekommen. Und dann finden sie doch den Weg irgendwann wieder in die freie Wildbahn.“ Das sei häufig gar nicht mit Absicht gemacht worden, sondern einfach aus Unwissenheit.

Amerikanische Flusskrebse sorgen für Massensterben heimischer Arten

Aussetzung von Edelkrebsen

2000 Edelkrebse ausgesetzt

Diese amerikanischen Flusskrebse nehmen unseren Krebsen nicht nur das Futter weg. Sie schleppen auch die gefährliche Krebspest ein, erklärt der Fachmann: „Das ist eine Pilzinfektion, gegen die amerikanische Krebsarten resistent sind. Aber sie übertragen und verbreiten sie. Und unsere heimischen Flusskrebse, der Edelkrebs, erkrankt eben an dieser Pilzinfektion und stirbt.“ 

Neues Zuhause im Sauerland

In der Fürwigge-Talsperre sollen sich die mehr als 2.000 Edelkrebse jetzt kräftig vermehren. Denn die Umgebung ist ideal, sagt Volker Knipp vom Naturschutzzentrum im Märkischen Kreis: „Das ist eine super Wasserqualität. Es sind keine Raubfische vorhanden. Und die Krebse haben hier viele Versteckmöglichkeiten.“ Nächstes Jahr wird man dann sehen, ob die „Auswilderung“ erfolgreich war. Denn ihr Bestand wird regelmäßig kontrolliert.

Stand: 26.10.2017, 15:55