Detmolder gesteht Tötung von Nachbarin und Sohn

Ein Streifenwagen der Polizei steht in Detmold vor einem Mehrfamilienhaus

Detmolder gesteht Tötung von Nachbarin und Sohn

  • 53-Jähriger räumt die Tat ein
  • Staatsanwalt prüft die Aussage
  • Motiv noch nicht bekannt

Nach der Tötung einer 24-jährigen bulgarischen Frau und ihres sechsjährigen Kindes hat der mutmaßliche Täter "im Wesentlichen die Tat eingeräumt". So Oberstaatsanwalt Christopher Imig am Montag (18.09.2017) in Detmold. Die Staatsanwaltschaft prüfe aber noch, ob die gemachte Aussage zum Ablauf der Tat so stimme: "Wir sehen da noch einige Fragezeichen." Nach der Tat vor rund einer Woche war der 53-Jährige, seinen Angaben zufolge, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hamburg gefahren. Dort wurde er am 14.09.2017 festgenommen.

Die Mordkommission "Immelmann" hatten Hinweise erreicht, dass der Gesuchte sich möglicherweise in Hamburg aufhalte. Die dortige Polizei hat daraufhin intensiv im Stadtgebiet gefahndet. Beamte der Zielfahndung erkannten ihn schließlich in der Helgoländer Allee. Vom zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts in Detmold wurde Haftbefehl wegen Totschlags und Mordes erlassen. Am vergangenen Freitag (15.09.2017) wurde der Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt.

Öffentlichkeitsfahnung erfolgreich

Der Verdächtige wurde auch mit dem Mittel der Öffentlichkeitsfahndung gesucht. So hatte die Polizei folgende Details bekannt gegeben: Er habe sich vor einigen Wochen am linken Arm verletzt und müsse deshalb eine abnehmbare Gipsschiene tragen. Außerdem soll er einen Bundeswehr-Rucksack bei sich getragen haben.

Tatwaffe offenbar noch nicht gefunden

Die Obduktion der Opfer hatte ergeben, dass Mutter und Kind durch Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen ums Leben kamen. Die Tatwaffe ist demnach wahrscheinlich ein Messer. Über den Verbleib der Tatwaffe hat die Staatsanwaltschaft sich noch nicht geäußert. In welchem Verhältnis die Opfer und der Nachbar zueinander standen, ist ebenfalls nicht bekannt.

Vedächtiger hat einschlägige Vorgeschichte

Der 53-jährige Nachbar, in dessen Wohnung in der Detmolder Innenstadt die beiden Leichen am frühen Montagabend (11.09.2017) gefunden wurden, war wegen versuchten Mordes bereits jahrelang in Haft. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch (13.09.17) mitgeteilt hatten, war der mutmaßliche Täter bereits 2005 zu sechs Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Die damalige Tat weise Parallelen zu dem aktuellen Fall auf, wo der mutmaßliche Täter „im sozialen Nahbereich einen längeren Kontakt zu Frauen aufgebaut habe“, so die Ermittler.

Stand: 18.09.2017, 16:07