Münsteraner demonstrieren gegen AfD

Demonstranten stehen gegen AFD auf dem Prinzipalmarkt in Münster

Münsteraner demonstrieren gegen AfD

  • Bis zu 8.000 Demonstranten in Münster
  • Protest gegen Neujahrsempfang der AfD
  • Köln bereitet sich auf Großdemo im April vor

Ausgerechnet den Festsaal des historischen Rathauses musste die Stadt am Freitagabend (10.02.2017) der AfD für ihren Neujahrsempfang mit etwa 300 geladenen Gästen überlassen - entsprechend ihrer eigenen Regel, alle Parteien grundsätzlich gleich zu behandeln. Etliche Versuche, eine Veranstaltung in Münster zu organisieren, waren zuvor gescheitert. Die Vermieter anderer Räumlichkeiten machten Rückzieher angesichts der angekündigten Proteste gegen die AfD.

Lichterkette und viele Protestbanner

Teilnehmer einer Demonstration in Münster

Teilnehmer der Anti-AfD-Demo

In der Spitze waren es laut Polizei rund 8.000 Gegendemonstranten, die sich in Münster versammelten - zum einen bei einer Lichterkette, zum anderen bei der Demonstration auf dem Prinzipalmarkt direkt vor dem historischen Rathaus. Aufgerufen dazu hatte ein breites Bündnis von gewerkschaftlichen, kirchlichen und politischen Gruppen. Sie sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern. Die AfD sei als "intolerante und ausländerfeindliche Partei" nicht in Münster erwünscht.

AfD-Chefin Petry zog es angesichts der lautstarken Proteste vor, das Rathaus durch den Hintereingang zu betreten. Sie und die geladenen Gäste wurden mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Nazis raus"-Rufen empfangen.

Sicherheitsbereich ums Rathaus

Demonstranten halten am 10.02.2017 auf dem Prinzipalmarkt in Münster ein Banner "Ihr seid nicht wir!".

Friedliche Proteste vor dem Rathaus

Die Polizei hatte mit Absperrgittern einen Sicherheitsbereich rund um das Rathaus gezogen, um eine direkte Konfrontation von AfD-Sympathisanten und Gegendemonstranten zu verhindern. "Es ist auch alles friedlich verlaufen", sagte ein Polizeisprecher dem WDR. Es habe lediglich einige Sitzblockaden gegeben. Die Ordnungskräfte hatten im Vorfeld ein konsequentes Einschreiten und eine entsprechende Strafverfolgung für den Fall von Sachbeschädigungen, Nötigungen und Körperverletzungen angekündigt.

Geschäfte und Gaststätten rund um den Prinzipalmarkt schlossen aus Protest gegen die AfD früher als üblich. Die Stadt schaltete am Historischen Rathaus die Beleuchtung aus und folgte damit dem Beispiel der umliegenden Geschäftsleute, die zudem Europafahnen aufgehängt hatten. So zeigten sie nach eigenen Angaben Haltung gegen die rechtspopulistische und europaskeptische Partei.

Großdemo in Köln erwartet

In Köln sollen offenbar mehr als 3.000 Polizisten den geplanten AfD-Parteitag am 22. April schützen. Die Polizei rechnet mit mehr als 30.000 Gegendemonstranten. Linksextreme Gruppen riefen dazu auf, den Parteitag zu verhindern, sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Samstag. Blockaden werde die Polizei nicht zulassen. "Bei
allem persönlichen Verständnis für einen friedlichen Protest haben Parteien einen Anspruch darauf, ihre Parteitage abzuhalten."

Stand: 11.02.2017, 14:00