Streit um City-Maut für Münster

Fahrradfahrer in der Innenstadt von Münster

Streit um City-Maut für Münster

  • Gebühr für Autofahrer
  • Pläne von Schwarz-Grün
  • Verwaltung soll prüfen

Wer in Münsters Zentrum will, kommt meist durch dieses Nadelöhr: den innerstädtischen Kreisverkehr Ludgeriplatz. Autos, Busse und Radfahrer aus fünf Richtungen treffen aufeinander. Die Folge: Der Verkehr stockt an vielen Tageszeiten. Die City-Maut sieht vor, mindestens fünf Euro von Autofahrern zu verlangen, die in die Innenstadt wollen.

"So kann es nicht weitergehen"

CDU und Grüne wollen das jetzt mal prüfen lassen. Der Grüne Otto Reiners sagt: "Wir sind der Meinung, dass es so, wie es jetzt ist, auf jeden Fall nicht mehr weitergeht." Wer die Maut zahlt, soll Bus und Bahn kostenlos nutzen dürfen, ebenso Leihräder zum Transport von Lasten. Außerdem soll das Bus- und Bahnnetz ausgebaut, Carsharing gefördert und Fahrradautobahnen gebaut werden.

Straßenumfrage zur City-Maut

00:30 Min.

Auf der Straße sind die Meinungen geteilt. Die SPD lehnt den Vorstoß ab, spricht von Abkassieren. Auch die FDP ist dagegen. Ganz anders der Verkehrsexperte Martin Lüder von der Fachhochschule Münster, dessen Ideen Pate für den Plan gestanden haben. Er rechnet bei einer Maut-Gebühr von fünf Euro mit einem Rückgang des Autoverkehrs um 25 Prozent.

Münster wäre Vorreiter

Beschlossen ist noch nichts. Jetzt soll die Verwaltung erst einmal untersuchen, ob eine City-Maut die Lösung für Münsters Verkehrsprobleme sein kann. Münster wäre die erste Stadt in Deutschland, die sie einführt.

Stand: 07.07.2017, 18:13