Bistum regelt Umgang mit Missbrauchsverdacht

Bistum regelt Umgang mit Missbrauchsverdacht

Das Bistum Münster hat jetzt verbindliche Regeln aufgestellt, wie künftig mit Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch verfahren wird.

Seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche vor knapp sechs Jahren hat das Bistum rund 130 Missbrauchsfälle bearbeitet und knapp 900.000 Euro Entschädigung an die Opfer gezahlt. Jetzt hat das Bistum in knapp 30 Punkten detailliert geregelt, wie künftig bei einem Verdacht auf Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter vorgegangen werden muss. Die bisherigen Erfahrungen mit Missbrauchsfällen hätten gezeigt, wie komplex deren Aufarbeitung und wie wichtig ein verbindliches Verfahren sei, sagt Bistumssprecher Stephan Kronenburg. So stehen zum Beispiel während des ganzen Verfahrens künftig für die Betroffenen zwei externe Ansprechpartner zur Verfügung, ein Mann und eine Frau. Anfang Juni hatte auch Papst Franziskus neue Vorschriften erlassen. Danach können Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuschen, entlassen werden. Nach dem Kirchenrecht war das bisher nicht möglich.

Stand: 21.06.2016, 15:08