"Valerie und der Priester" ziehen Bilanz

Im Vordergrund steht Valerie, versetzt dahinter leicht unscharf der Priester

"Valerie und der Priester" ziehen Bilanz

Ein Jahr lang hat eine junge Journalistin einen katholischen Priester in Münster begleitet und darüber in einem Blog geschrieben. Die Kirche wollte mit dem Projekt Verständnis für den Priesterberuf wecken.

"Mehr als 180 Tage haben wir miteinander verbracht, fast jede zweite Woche des Jahres", sagt Valerie Schönian. Die 26-jährige Berliner Journalistin, nach eigener Aussage links und feministisch, tauchte tief in das Leben des Priesters Franziskus von Boeselager in Münster ein.

Sie begleitete den 39-Jährigen bei Taufen und Beerdigungen, Seelsorgegesprächen und Gottesdiensten. Gemeinsam waren sie in Rom und beim Weltjugendtag in Krakau - redeten und stritten buchstäblich über Gott und die Welt.

Wissen, warum der andere anders denkt

Valerie (links) mit dem Priester Franziskus von Boeselager in der Kirche, beide schauen nach oben

Franziskus von Boeselager mit Valerie Schönian in der Kirche (Bild: Bönte)

Jetzt auf der Zielgerade des Projekts "Valerie und der Priester" sagt sie: "Wir einigen uns nicht, lächeln aber trotzdem." Bei den Themen Zölibat und Priesteramt für Frauen kamen die beiden nicht zusammen, wissen jetzt aber zumindest, warum der andere anders denkt. Franziskus von Boeselager sagt: "Ich habe begriffen, dass meine Antworten nur verstanden werden, wenn der andere auch glaubt."

Blog im Internet

Valerie hat das alles dokumentiert: Ein Blog pro Woche, ein Video pro Monat. Sie ist mit Franziskus zu seinen Eltern nach Menden gefahren, er war mit ihr in Berlin unterwegs. Im Internet gibt es dazu Texte, Bilder und Videos. Viele Menschen haben sich das angeschaut. Regelmäßig lesen 50.000 die Geschichten. Allein in den ersten zehn Monaten erzielte das Projekt fünf Millionen Medienkontakte.

Aufwertung des Priesterbildes

Der katholischen Kirche geht es um eine "generelle Aufwertung des Priesterbildes in der Gesellschaft", wie Michael Maas erläutert. Das von ihm geleitete Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg hatte sich das Projekt ausgedacht. Valerie Schönian wurde dann von einer Agentur ausgewählt.

Stand: 13.04.2017, 07:15