Bielefeld feiert 150 Jahre Bethel mit großem Festakt

Verkleidete Menschen mit einem Schild

Bielefeld feiert 150 Jahre Bethel mit großem Festakt

Von Silke Tornede

Mit einem Showprogramm, Musik und Prominenz feiert Bethel an diesem Wochenende in Bielefeld das 150-jährige Bestehen der diakonischen Einrichtung. In der Bielefelder Stadthalle gab es einen großen Festakt. 

Einer der Stars des Festakts am Samstag (24.06.2017) war die Bethel-Band "Oder so". Bei ihrem Jubiläumslied "Taschen voll Gold", den die jungen Musiker mit Annette Humpe produziert haben, klatschen die 1.800 geladenen Gäste begeistert mit.

Die Energie der Band habe sie schlichtweg umgehauen und überzeugt, sagt die Musikerin auf der Bühne. Das Video zum Song, das im Netz zu sehen ist, wurde von Starfotograf Jim Rakete produziert.

Bethel-Bewohner als Zirkus-Artisten

Bethel: 150 Jahre Markt der Möglichkeiten

Einer der Stars: Sänger Max Raabe

Humorvoll führte Moderator Eckart von Hirschhausen durch das dreistündige Programm und interviewte viele große und kleine Stars: Sänger Max Raabe ebenso wie Patienten und Mitarbeiter aus der Kinderklinik Bethel. Dabei lernen die Gäste Hauswirtschafterinnen kennen, die für Senioren einen mobilen Kochwagen entwickelt haben.

Eine Weltpremiere gab es auch: Bethel-Bewohner zeigen eine Jonglage-Nummer aus einem Programm, das sie mit dem Circus Roncalli einstudiert haben. "Bethel ist bodenständig und visionär", sagt Barbara Eschen, Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg. Bodenständig, weil angepackt werde, und visionär, weil Bethel eine Gemeinschaft unterschiedlichster Menschen mit und ohne Behinderung verwirklichen wolle.

Fürsorge seit 1867

"Oder so"

Die Band "Oder so"

Die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag gehen noch weiter. Das ganze Jahr über feiern die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit zahlreichen Veranstaltungen in ganz Deutschland und erinnern an ihre Geschichte. 1867 begann die Arbeit in Bielefeld mit der Fürsorge für epilepsiekranke Jugendliche.

Prägend war Pastor Friedrich von Bodelschwingh, der 1872 die Leitung übernahm. Bethel (übersetzt "Haus Gottes") wuchs zu einer Ortschaft mit Werkstätten, Handwerksbetrieben, Heimen, Krankenhäusern und Schulen. Heute sind die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in acht Bundesländern tätig und betreuen rund 230.000 Menschen.

Zu den Arbeitsfeldern gehören Epilepsie und Psychiatrie, Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe, Hospizarbeit und Wohnungslosenhilfe. Mit mehr als 18.000 Mitarbeitern zählt Bethel zu den größten diakonischen Einrichtungen in Europa. 

Stand: 25.06.2017, 10:22