Illegaler Welpenhandel Kreuztal: Berufsverbot für Tierärztin

Sichergestellte Hunde in Zwingern des Hundehändlers in Kreuztal

Illegaler Welpenhandel Kreuztal: Berufsverbot für Tierärztin

  • Gericht: Sie duldete tierschutzwidrige Zustände
  • Blanko ausgefüllte Impfpässe gefunden
  • Tierärztin angeklagt

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat am Donnerstag (27.07.2017) mitgeteilt, die Tierärztin aus Weilmünster (Kreis Limburg-Weilburg) habe tierschutzwidrige Zustände geduldet.

Polizisten vor dem Haus des Hundehändlers in Kreuztal

Polizisten vor dem Haus des Hundehändlers in Kreuztal

Die Polizei hatte im Dezember 2016 in einer Hundezucht eines Ehepaares in Kreuztal fünf tote und 106 lebende Hunde gefunden, viele abgemagert und krank. Dazu fand sie abgelaufene Medikamente und blanko ausgefüllte Impfpässe.

Vorwurf: Gewerbsmäßiger Bandenbetrug

Die Tierärztin aus Hessen war für die Hunde als behandelnde Ärztin zuständig. Sie ist angeklagt wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug in 82 Fällen.

Sichergestellter Welpe des Hundehändlers in Kreuztal

Sichergestellter Welpe des Hundehändlers in Kreuztal

Die Ermittler fanden heraus, dass viele der Welpen illegal aus Osteuropa nach Kreuztal gebracht worden waren. Sie sollen aber von dem Ehepaar als eigene Zucht angeboten worden sein. Viele Käufer der Tiere hatten sich schon lange über kranke Hunde beschwert.

Gegen das Züchter-Paar und andere mutmaßlich Beteiligte wurde ebenfalls Anklage erhoben. Das Regierungspräsidium Gießen entschied im April 2017, die Approbation der Tierärztin ruhen zu lassen. Dagegen klagte die Frau.

"Unwürdig, ihren Beruf auszuüben"

Haus und Grundstück des Hundehandels in Kreuztal

Haus und Grundstück des Hundehandels in Kreuztal

Sie bestreitet, Impfpässe für nicht untersuchte Tiere ausgestellt zu haben. Außerdem sei sie nicht Mitinhaberin des Betriebes und habe von einer illegalen Einfuhr der Hunde nichts gewusst.

Das Verwaltungsgericht hält aber die Entscheidung des Regierungspräsidiums für rechtmäßig. Die Tierärztin habe sich mit dem ihr vorgeworfenen Verhalten als unwürdig erwiesen, ihren Beruf auszuüben.

Stand: 28.07.2017, 09:11