Atomkraftgegner blockierten Bahnstrecke im Münsterland

Im Vordergrund sitzt ein Atomkraftgegner auf dem Gleis, im Hintergrund arbeiten Polizisten, andere schauen zu

Atomkraftgegner blockierten Bahnstrecke im Münsterland

  • Atomkraftgegner in Gleisbett angekettet.
  • Zug auf Weg zur UAA Gronau aufgehalten.
  • Polizei nimmt Aktivisten in Gewahrsam.

Die Gleisblockade von Atomkraftgegnern in der Nähe der Urananreicherungsanlage in Gronau ist vorbei. Am Freitagmorgen (06.10.2017) konnte die Polizei auch den letzten der sechs Aktivisten aus dem Gleisbett loslösen. Die Atomkraftgegner wollten mit ihrer Aktion einen Zug zur Urananreicherungslage stoppen.

Bahngleise nachts, beleuchtet, Menschenmenge

Die ganze Nacht brauchte die Polizei, um die Aktivisten wegzubringen

An zwei Stellen hatten sich jeweils drei Personen bereits am Donnerstagabend an Betonblöcken festgekettet. Eine dieser beiden Blockaden in der Nähe von Metelen konnte die Polizei bereits in der Nacht auflösen. Die zweite, nur einige hundert Meter von der Urananreicherungsanlage entfernt, bereitete der Polizei offenbar mehr Mühe. Die Polizei geht davon aus, dass die Atomkraftgegner die Betonblöcke, an denen sie sich anketteten, schon vor geraumer Zeit am Gleisbett versteckt hatten. Alle Aktivisten wurden in Gewahrsam genommen, ebenso sechs weitere Personen, die die Polizei als Unterstützer dieser Gruppe einstuft.

Bahnstrecke Münster-Gronau lange gesperrt

Die Zugstrecke zwischen Münster und Gronau blieb bis zum Freitagvormittag gesperrt, ab elf Uhr rollten die Züge wieder. Die Bahn musste zunächst klären, ob das Gleisbett nach der Blockade noch in Ordnung war. Zwischenzeitlich setzte die Deutsche Bahn einen Ersatzverkehr zwischen Burgsteinfurt und Gronau ein. Die zwölf Anti-Atom-Aktivisten müssen mit einer Anklage wegen Behinderungen im Bahnverkehr rechnen.

Weißes Plakat mit roter Schrift"Atomtransporte stoppen Urananreicherung stillegen"

Die Atomkraftgegner fordern die Stilllegung der Urananreicherungsanlage

In der Gronauer Anlage wird Uran für Brennelemente aufbereitet. Die Atomkraftgegener kritisieren, dass die Anlage trotz des beschlossenen Atomausstiegs eine unbefristete Betriebsgenehmigung besitze.

Stand: 06.10.2017, 20:00