Eltern aus Münster gewinnen Klage um Kita-Platz

Ein Paar sitzt mit seinem Kind auf dem Balkon.

Eltern aus Münster gewinnen Klage um Kita-Platz

Von Dagmar Schmidt-Nottbusch

  • Eltern erstreiten Kita-Platz vor Gericht.
  • Verwaltungsgericht kritisiert Vergabepraxis der Stadt.
  • Stadt hat Beschwerde beim OVG eingelegt.
Eine Mutter spielt mit ihrem Kind an einem Planschbecken.

Kadisha Grovenor will weiter arbeiten

Das Verwaltungsgericht Münster hat die Stadt Münster per einstweiliger Anordnung am Donnerstag (20.07.2017) aufgefordert, den Eltern einen Platz in einer Kindertageseinrichtung zur Verfügung zu stellen, die nicht mehr als 15 Minuten von der elterlichen Wohnung entfernt liegt.

Die Eltern haben seit der Geburt ihres Sohnes intensiv einen Kita-Platz gesucht. Beide sind berufstätig und benötigen den Platz spätestens im August, sonst müsste einer der beiden Elternteile für die Betreuung des Sohnes seinen Job aufgeben.

Vergabe-Praxis mit vielen Fragezeichen

Die Stadt verwies sie an den sogenannten Kita-Navigator, wo Eltern ihre Kita-Wünsche online anmelden können, allerdings ohne die Garantie einer Zusage.

Schild vor dem Eingang vom Jugendamt in Münster

Jugendamt erteilte Absage

Über den Navigator merkten die Eltern ihr Kind bei insgesamt 14 Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen vor. Bei Nachfragen stellten sie aber fest, dass es die freien Plätze entweder gar nicht gab oder diese schon für Geschwisterkinder reserviert waren.

Eltern klagten nach Absage

Der Schriftzug "Verwaltungsgericht Münster" an der Gebäudefront in Großaufnahme.

Die Richter sahen erhebliche Mängel im Vergabesystem der Kita-Plätze

Ende Mai erhielten sie dann von der Stadt die Nachricht, dass alle Kindertageseinrichtungen ausgebucht seien. Die Eltern sollten deshalb ersatzweise mit einer Tagesmutter vorlieb nehmen. Doch das lehnten die Eltern ab und klagten.

Das Verwaltungsgericht bemängelte die Vergabe-Praxis der Stadt Münster insbesondere wegen der fehlenden Transparenz. Die Stadt könne nicht einfach erklären, die Kapazitäten seien erschöpft, sie müsse dieses nachweisen.

Stadt hat Beschwerde eingelegt

Die Stadt Münster hat am Montag (31.07.2017) Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt. Darüber muss jetzt das Oberverwaltungsgericht entscheiden.

Stand: 01.08.2017, 10:58