Nach Berliner Anschlag: Polizeiaktionen in NRW

Nach Berliner Anschlag: Polizeiaktionen in NRW

  • Bundesanwaltschaft erlässt Haftbefehl gegen Amri
  • Polizei durchsucht Flüchtlingsheim in Emmerich
  • Vier Personen in Dortmund von Polizei befragt
  • Verdächtiger Amri soll sich in NRW aufgehalten haben

In der Dortmunder Nordstadt ist die Polizei am Donnerstagmorgen (22.12.2016) laut WDR-Informationen zu einem Großeinsatz ausgerückt. Dabei wurden zwei Wohnungen durchsucht. Vier Personen sollen von den Beamten mitgenommen worden sein. Nach einer kurzen Befragung und Personalienfeststellung sollen diese die Wache wieder verlassen haben. Die Bundesanwaltschaft dementierte, dass es Festnahmen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Anschlag in Berlin gegeben habe. Es fänden derzeit verschiedene Maßnahmen im Bundesgebiet statt, sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Vormittag. Konkreter äußerte er sich nicht mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen.

Der Verdächtige Anis Amri soll Kontakte zu dem Dortmunder Salafisten Boban S. gehabt und teilweise dort gewohnt haben. Der aus Serbien stammende Konvertit wurde im November als IS-Unterstützer verhaftet. Er soll zum Netzwerk des ebenfalls im November verhafteten Predigers Abu Walaa gehören. Abu Walaa wird als die "Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet.

Flüchtlingsunterkunft in Emmerich durchsucht

Auch in Emmerich kam es am Morgen zu einem Großeinsatz. Polizisten durchsuchten eine Flüchtlingsunterkunft in Emmerich, wo Amri laut "Spiegel online" offiziell gemeldet war. Die Aktion, an der schätzungsweise 100 Beamte beteiligt waren, darunter Spezialeinsatzkräfte, war nach etwa einer Stunde beendet. Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Bereits am Mittwoch hatten in der Nähe des Heimes Polizisten Position bezogen. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt. Aus Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Anis Amri hatte nach seinem Asylantrag in Emmerich gelebt. Laut NRW-Innenministerium soll er aber schon seit Februar hauptsächlich in Berlin gelebt haben.

Polizisten stehen vor einem Haus in Dortmund

Grenzkontrollen verstärkt

Nach dem Anschlag von Berlin hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen am Donnerstag mit. Bei den Kontrollen seien der Polizei am Mittwoch zwei von der Staatsanwaltschaft gesuchte Männer ins Netz gegangen. Deren Festnahmen hatten allerdings offenbar keinen Bezug zum Anschlag in Berlin.

Stand: 22.12.2016, 13:10