Abgasaffäre: Stadt Bochum legt VW-Diesel still

Der VW-Amarok in der Endkontrolle

Abgasaffäre: Stadt Bochum legt VW-Diesel still

  • Bochumer will VW Amarok Diesel nicht nachrüsten lassen
  • Stadt leitet Zwangsstilllegung des Autos ein
  • Besitzer verklagt VW-Konzern

Dieser Fall dürfte landesweit (noch) einzigartig sein. Die Stadt Bochum hat die Zwangsstilllegung eines VW Amarok TDI 4 Motion eingeleitet, weil der Besitzer das Diesel-Fahrzeug nicht mit einem Software-Update nachrüsten will. "Es wurde zwar ein kostenloses Update angeboten, bei dem angeblich alles in Ordnung sein soll. Aber man hört ja immer häufiger, dass es massive Probleme nach der Umrüstung bei verschiedenen Volkswagen gibt", sagte der Eigentümer dem WDR am Dienstag (14.11.2017).

Der Mann befürchtet, dass es durch die neue Software zu einem Mehrverbrauch an Sprit, Problemen bei der Abgasrückführung und Schäden an seinem 26.000 Euro teuren Wagen kommen könnte.

Experte: "Die meisten werden die Kröte schlucken"

Das Auto des Bochumers ist mit einem jener Problemmotoren unterwegs, die im Zuge der Abgasaffäre wegen manipulierter Werte aufgefallen waren. Wegen der zu hohen Abgaswerte darf das erst fünf Jahre alte Fahrzeug nicht mehr auf die Straße.

Ob die Skepsis des Bochumers gegenüber dem Update berechtigt ist, weiß auch Ferdinand Duddenhöffer, Automobilexperte der Uni Duisburg-Essen, nicht: "Eigentlich müsste man das in Langzeitstudien untersuchen, aber die gibt es nicht. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass die meisten die Kröte schlucken werden."

Klage gegen VW-Konzern

Der Bochumer schluckt sie jedenfalls nicht. Er verklagt den VW-Konzern jetzt auf Rückabwicklung des Kaufvertrags. Das Ergebnis ist ungewiss: "Wie diese Klagen ausgehen, kann man heute noch nicht sagen", sagt Experte Dudenhöffer. Bis zu einer Entscheidung wird der Bochumer auf einen Leihwagen angewiesen sein.

Stand: 14.11.2017, 19:24