Sommer in NRW - zu warm oder zu kalt?

Freibad-Wiese aus der Vogelperspektive

Sommer in NRW - zu warm oder zu kalt?

  • Sommer in NRW bislang eher zu warm.
  • Freibäder ziehen positive Zwischenbilanz.
  • Mückenplage könnte drohen.

Gefühlt ist er deutlich zu verregnet und kalt: der Sommer in NRW. Doch fragt man die Meteorologen, wie viel kälter der Sommer genau ist, erlebt man eine Überraschung: "Der Sommer ist eher 1 bis 2 Grad zu warm", verrät Maria Frädrich vom WDR-Wetterstudio nach Blick in ihren Wettercomputer.

Besonders der Juli sticht hervor: "Dieser Monat war an die drei Grad zu warm", so Frädrich. In Düsseldorf lagen die Temperaturen im Juli sogar im Schnitt 4,5 Grad über dem Mittelwert.

"Nass, aber nicht zu nass."

Und auch der viele Regen der vergangenen Wochen ist nicht ungewöhnlich - und hat noch lange keine Rekordwerte erreicht. Vor zehn Jahren waren in Düsseldorf in den Monaten Juni bis August noch 322 Liter pro Quadratmeter niedergegangen; bis Freitag (11.08.2017) waren es erst 185 Liter.

Insgesamt wurden aber bereits knapp 90 Prozent des langjährigen Mittels erreicht. "Damit ist der Sommer nicht nur gefühlt, sondern auch messbar recht nass. Aber eben nicht zu nass", erklärt Frädrich.

Das Auf und Ab der vergangenen Wochen sei völlig normal - und werde sich weiter fortsetzen. So ist in der kommenden Woche zwar mit einigen Sonnentagen zu rechnen, insgesamt steht NRW aber weiter unter Tiefdruckeinfluss.

Schwimmbäder zufrieden

Vom eher warmen Mai und Juni profitierten klar die Schwimmbäder in NRW. So zogen die Freibäder in der Region Aachen bereits eine positive Zwischenbilanz. Man sei zufrieden, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Betreiber der Bäder gehen davon aus, dass zumindest die Besucherzahlen des Vorjahres wieder erreicht werden.

Auch Büchereien ziehen positive Bilanz

Kind liest

Wetter schlecht? Dann ab in die Bücherei.

Und auch die Stadtbüchereien im Land dürften mit der Ferien-Zwischenbilanz zufrieden sein, denn sie profitierten von den verregneten Wochen im Juli und August: Allein im Juli verliehen die Stadtbüchereien in Düsseldorf rund 425.000 Bücher, Filme und Hörspiele. Das seien 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr, sagte eine Sprecherin.

In der Stadtbibliothek Essen wurde vor allem die Online-Ausleihe stärker genutzt. Demnach luden Nutzer im Juli etwa 2.300 Bücher und andere Medien mehr herunter als noch 2016. Besonders beliebt seien in der Urlaubszeit Kinderbücher und Unterhaltungsromane.

In Köln und Paderborn ist die Entwicklung den Angaben zufolge ähnlich. "Im Regen gehen die Leute eben nicht auf ein Sommerfest, sondern in die Bücherei", sagte eine Sprecherin der Paderborner Stadtbibliothek.

Mückenplage in NRW?

Mücke

"Beste Voraussetzungen für Mücken"

In den Bibliotheken dürfte man auch relativ sicher vor den weiteren eher quälenden Folgen des Sommers sein: Denn wegen der vielen warmen und nassen Tage droht nun eine Mückenplage in NRW. "Jetzt haben Mücken die besten Voraussetzungen, um sich zu vermehren", erklärt Heinz Mehlhorn, Professor für Zoologie an der Universität Düsseldorf.

Die heftigen Regenfälle und Unwetter der vergangenen Wochen seien beste Voraussetzungen für Mücken, die ihre Eier in warmen, stehenden Gewässern ablegen, so Mehlhorn. Ein Ende der Mückensaison sei noch nicht in Sicht: "Solange es warm ist, schlüpfen auch wieder neue Tiere."

Stand: 11.08.2017, 19:12