Sicherheit an Silvester: Das planen Großstädte in NRW

Sicherheit an Silvester: Das planen Großstädte in NRW

  • Böllerverbot in Teilen von Düsseldorf und Bielefeld
  • Absperrungen und Kontrollen rund um den Kölner Dom
  • Polizei verstärkt Präsenz an Silvester in NRW-Großstädten deutlich

Die Altstadt in Düsseldorf ist eine der beliebtesten Ausgehmeilen Deutschlands - auch an Silvester. Doch ähnlich wie in Köln kam es auch dort im vergangenen Jahr zu einer Vielzahl von sexuellen Übergriffen, Belästigungen, Diebstählen und Körperverletzungen. Um die Situation in der Altstadt zu entschärfen, hat die Stadtverwaltung ein Böllerverbot beschlossen. Das bestätigte ein Sprecher des Ordnungsamtes am Montag (05.12.2016) dem WDR.

Wo genau das Verbot gelten soll, werde derzeit noch mit den Beteiligten abgestimmt. Auch stand zunächst nicht fest, wie sichergestellt werden soll, dass sich die Feiernden an das Verbot halten.

Deutlich mehr Polizei am Kölner Dom

In Köln, wo es im vergangenen Jahr bundesweit die meisten Übergriffe gab, geht man einen Schritt weiter. Dort will man den Bereich rund um den Dom mit Gittern absperren und Besucher nur nach Kontrollen in das Areal vorlassen. Wie in Düsseldorf gilt auch in Köln ein Böllerverbot. Betroffen ist der Bereich rund um den Dom. Zudem sollen mehr als 1.000 Polizisten in der Innenstadt anwesend sein. Das wären deutlich mehr als im Vorjahr.

Eine Lichtshow des Künstlers Philipp Geist auf der Domplatte soll dazu beitragen, den Jahreswechsel in Köln mit einem positiven Bild zu verbinden.

Polizei: Frühzeitig informieren

Bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt man die Sicherheits-Vorkehrungen der Kommunen, fordert allerdings ein durchdachtes Einsatzkonzept: "Es muss allen klar sein, in welchen Bereichen das Böllerverbot gilt", sagte der NRW-GdP-Vorsitzende Arnold Plickert dem WDR. Man müsse die Bevölkerung möglichst früh über die böllerfreien Zonen informieren: "Wenn das erst am Silvesterabend publik wird, wird das zu vielen Diskussionen, Ärger und Unverständnis führen."

Polizei: Böllerverbot nur mit Absperrungen durchsetzbar

Auch auf dem "Boulevard", der Ausgehmeile in Bielefeld, gilt an Silvester ein Böllerverbot. Absperrungen oder Einlasskontrollen wird es laut Ordnungsamt aber nicht geben. Stattdessen sollen dort Mitarbeiter des Ordnungsamtes verstärkt Patrouille laufen, auf das Verbot hinweisen und gegebenenfalls Bußgelder oder Platzverweise erteilen. Ob das funktioniert? NRW-GdP-Chef Plickert hat seine Zweifel: "Letztendlich ist ein solches Verbot nur durchführbar, wenn es wie in Köln einen abgesperrten Bereich gibt, an dessen Eingängen Kontrollen mit entsprechend hohem Personaleinsatz durchgeführt werden."

Keine geänderten Konzepte in Dortmund und Essen

In anderen Städten NRWs sieht man sich mit den bisherigen Sicherheitskonzepten gut für Silvester gerüstet: "Wir waren in den vergangenen Jahren an Silvester immer gut aufgestellt und sehen keine Notwendigkeit, angesichts der Ereignisse in Köln unser Vorgehen großartig zu ändern", sagte ein Sprecher des Dortmunder Ordnungsamtes dem WDR. Die Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt und Polizei habe sich bewährt und würde entsprechend weitgeführt.

Auch in Essen sieht man von Seiten der Stadt keinen Anlass zum Aktionismus. "Bei uns ist keine öffentliche Veranstaltung geplant, entsprechend gibt es auch keine Konzepte von Seiten der Stadt", so ein Sprecher.

Alle Polizeihundertschaften des Landes im Einsatz

Unabhängig von den Sicherheitskonzepten der Kommunen wird die Polizei an Silvester deutlich präsenter auf den Straßen sein. So sind alle 18 Hundertschaften in NRW in den Dienst versetzt worden. "Der Kräfteeinsatz in den Großstädten NRWs wird exorbitant nach oben gefahren", so GdP-NRW-Chef Plickert. "Wir als Polizei bereiten uns ganz besonders auf vor, schließlich ist es das erste Silvester nach Köln." Ziel sei es vor allem, "von Anfang an konsequent zu unterbinden, dass sich größere Gruppen bilden, aus denen heraus unter Umständen Straftaten begangen werden".

Stand: 05.12.2016, 12:05