Gibt es Sicherheitslücken bei Security-Diensten?

Fussballstadion-Einlasskontrolle

Gibt es Sicherheitslücken bei Security-Diensten?

Ordner sollen bei Konzerten oder Fußballspielen die Besucher schützen. Doch die Schlagzeilen der letzten Wochen wecken Zweifel daran. Gibt es eine Sicherheitslücke bei der Security?

Es war ein Fall, der aufhorchen ließ: Der 24-jährige Türke Eren R. wurde im Mai als Ordner beim Zweitliga-Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Würzburg eingesetzt. Brisant dabei: Eren R. besuchte nach WDR-Recherchen terrorverdächtige Glaubensbrüder im Knast. Auf der Facebook-Seite der JVA Ratingen findet man einen Eintrag von ihm: "War den Bruder Kevin T. aus Neuss besuchen und habe mal wieder erfahren wie die Brüder in der Gefangenschaft behandelt werden."

Beauftragt vom Subunternehmer

Blick von oben auf die ESPRIT arena

Düsseldorfer Arena

Eren R. sollte mit anderen Ordnern für die Sicherheit von gut 27.000 Zuschauern an diesem Tag sorgen. Das Blog "Ruhrbarone" berichtete zuerst über den Fall. Verantwortlich für den Ordnungsdienst in der Düsseldorfer Arena ist das Unternehmen Klüh Security. Doch da die Firma nicht genügend Personal für diesen Einsatz hatte, beauftragte sie Subunternehmen.

Eine weitverbreitete Praxis und ein grundsätzliches Problem: Zwar hat es Ende vergangenen Jahres auf Bundesebene strengere Auflagen für die Wach- und Sicherheitsdienste gegeben. So müssen die Beschäftigten der Branche eine Sachkunde-Prüfung ablegen und sich alle fünf Jahre von den Polizeibehörden überprüfen lassen. Aber offenbar reicht das nicht aus. Häufig werden vor allem die Subunternehmen und deren Personal so kurzfristig gebucht, dass eine seriöse Sicherheitsabfrage durch die Ordnungsämter überhaupt nicht mehr stattfinden kann.

Wenn Ordner zu "Service-Mitarbeitern" umdeklariert würden, so der Verdi-Gewerkschafter Andreas Rech, müssten überhaupt keine gesetzlichen Vorbedingungen mehr erfüllt werden.

Kritik an "Sub, Sub, Sub"

Scharf kritisiert der Verdi-Mann die "Subunternehmer-Strukturen". Subunternehmer beschäftigten weitere Subunternehmer, so Rech, "dann haben wir Sub, Sub, Sub, und im Endeffekt weiß keiner mehr tatsächlich, wer denn dann da steht".

Was passiert bei der Tour in Düsseldorf?

Auch in Düsseldorf reagiert man bei diesem Thema ganz schmallippig. Die Welt wird am 1. Juli auf den Start der Tour de France schauen. Details zum Sicherheitskonzept werden von der Kommune nicht veröffentlicht. Die Landeshauptstadt verrät nur: Für die Rekrutierung von 1.700 Mitarbeitern habe man zwei Sicherheitsfirmen beauftragt. Die würden auch mit Subunternehmen zusammenarbeiten. Und für die Überprüfung der Mitarbeiter seien die Unternehmen selbst zuständig.

Stand: 18.06.2017, 06:00