7.700 Menschen haben 2017 in der Ruhr gebadet

 Ben, Micha, Luca und Luca springen am 23.05.2017 von einem neuen Steg in den Baldeneysee in Essen

7.700 Menschen haben 2017 in der Ruhr gebadet

  • Nur 47 offizielle Badetage in der Ruhr im Jahr 2017.
  • Am Freitag (15.09.2017) endete Badesaison am Baldeneysee.
  • Nitrat spielt entlang der Ruhr kaum eine Rolle.
  • Wasserpreise bleiben stabil.

Der Ruhrverband zieht eine positive Bilanz der ersten Badesaison am Essener Baldeneysee. 7.700 Menschen hätten in der Ruhr gebadet, obwohl es nur an 47 Tagen im Jahr 2017 erlaubt war. Das geht aus dem Ruhrgütebericht hervor, den der der Ruhrverband am Donnerstag (14.09.2017) vorgelegt hat. Am Freitag (15.09.2017) endete die Badesaison am Baldeneysee.

Norbert Jardin, Vorstandmitglied im Ruhrverband, ist erstaunt über das große überregionale Interesse daran: "Das Baden in Fließgewässern hat europaweit, ich würde sagen weltweit großes Interesse gefunden. Selbst in Australien wurde das Baden in der Ruhr wahrgenommen. Und das zeugt davon, wie intensiv andere Menschen auf die Nutzungsmöglichkeit von solchen Gewässern schauen, denen man das Baden eigentlich nicht mehr zutrauen würde."

 Blick auf das Nah- Erholungsgebiet Baldeneysee in Essen

Die Stadt Essen ist mit der Bilanz sehr zufrieden. Jetzt möchten auch andere Städte solche offiziellen Badestellen schaffen. In Bochum gibt es entsprechende Gedankenspiele. Besonders weit in den Vorbereitungen ist aber die Stadt Mülheim. An einem Strand an der Saarner Ruhraue wurden bereits Messungen durchgeführt. Möglicherweise könne hier schon im nächsten Jahr offiziell gebadet werden. Auch Essen möchte zwei weitere Badestellen eröffnen. Ob das jedoch schon im nächsten Jahr klappt, ist unsicher.

Frühwarnsystem soll präziser werden

Dass in diesem Jahr nur an so wenigen Tagen das Baden erlaubt war, lag am sogenannten Frühwarnsystem der Behörden. Zum Beispiel nach starkem Regen wird automatisch ein Badeverbot ausgesprochen, weil dann erfahrungsgemäß auch die Menge an Keimen im Wasser zunimmt. Dieses System soll präziser werden.

Wäre nur die tatsächlich vorhandene Keimbelastung für das Badeverbot am Baldeneysee ausschlaggebend gewesen, hätte in dieser Saison hochgerechnet an rund 100 Tagen gebadet werden dürfen. Das Messsystem soll in Zukunft präziser werden, damit es 2018 mehr Badetage an der Ruhr geben kann.

Gute Trinkwasserqualität

Wasserglas unter Leitungswasserhahn

Die Qualität des Trinkwassers aus der Ruhr ist sehr gut. Während in anderen Gewässern Nitrat eine große Rolle spielt, ist dies in der Ruhr kein Problem. Nitrat gelangt über Gülle von der Landwirtschaft ins Trinkwasser und muss sehr kostspielig geklärt werden. Entlang der Ruhr gibt es aber nur wenig Landwirtschaft. Die Nitratwerte liegen deswegen sehr weit unter den Grenzwerten. Elf Milligramm Nitrat gibt es im Schnitt in der Ruhr - die Grenzwerte liegen bei 50 Milligramm.

Wasserpreise steigen nicht

Man kann also bedenkenlos das Wasser trinken. Und noch eine gute Nachricht für alle Bürger entlang der Ruhr: Die Wasserpreise bleiben stabil. Insgesamt werden vier Millionen Einwohner mit Wasser von der Ruhr versorgt.

Stand: 15.09.2017, 09:17