Passanten in Hagen angefahren - Kind tot

Passanten in Hagen angefahren - Kind tot

  • Autofahrer fährt in Hagener Innenstadt auf Gehweg.
  • Kleinkind nach Unfall gestorben.
  • Gesundheitszustand des Fahrers ist wahrscheinlich Unfallgrund.
  • Menschen in Hagen trauern.

Der tragische Verkehrsunfall am Donnerstagabend (13.07.2017) in Hagen ist wahrscheinlich durch gesundheitliche Probleme des 34-jährigen Autofahrers ausgelöst worden. Darauf gebe es konkrete Hinweise, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Genauere Angaben machte er nicht, schloss Alkoholeinfluss aber aus. Direkt nach dem Unfall war dem Fahrer eine Blutprobe entnommen worden.

Kleinkind starb an schweren Verletzungen

Der tödliche Verkehrsunfall ereignete sich in der Innenstadt: Auf der Volmebrücke erfasste das Auto zwei Fußgängerinnen und zwei Kleinkinder. Ein anderthalbjähriges Mädchen wurde laut Feuerwehr zunächst noch vor Ort reanimiert, starb aber später an seinen Verletzungen. Die Mutter erlitt einen Schock.

Ein vierjähriger Junge kam ebenfalls schwer verletzt ins Krankenhaus. Er ist inzwischen außer Lebensgefahr. Eine ältere Frau wurde leicht verletzt.

Trauer in Hagen

Trauer an der Unfallstelle in Hagen am Tag danach

Am Tag nach dem tragischen Unglück kamen immer wieder Menschen zur Unfallstelle, um ihre Trauer auszudrücken. Sie stellten Kerzen auf, legten Blumen und Stofftiere nieder. Immer wieder flossen Tränen. Die Menschen in Hagen waren schockiert.

Problem: Gaffer behindern Rettungskräfte

Die Polizei kritisierte das Verhalten von Schaulustigen beim Unfall. An die 400 Menschen hätten zugesehen und zum Teil auch gefilmt, wie die Einsatzkräfte um das Leben eines Kleinkindes kämpften. Die Polizisten mussten die Unbeteiligten regelrecht anbrüllen, damit sie zur Seite gehen, so Einsatzleiter Roger Krowinus.

"Wir waren damit beschäftigt, den Unfall aufzunehmen, uns um die Zeugen zu kümmern, den Unfallhergang zu rekonstruieren", erklärt der Einsatzleiter. "Da hab ich keinen Bock drauf, muss ich ganz ehrlich sagen, mich mit Leuten zu streiten, den Platz zu verlassen, oder hinters Absperrgitter zu gehen, oder zu diskutieren darüber, dass sie da jetzt nicht durchgehen können, auch wenn sie da wohnen."

Andere erwiesen sich als vorbildliche Ersthelfer

Trauer an der Unfallstelle in Hagen am Tag danach

Ihn selbst habe die Unfallsituation emotional auch sehr mitgenommen. Da könne man lange Diskussionen mit Passanten überhaupt nicht gebrauchen. Er habe auch kein Verständnis für die Leute, die stundenlang filmen, sagt Krowinus: "Was haben die Leute davon, wenn sie die Frau filmen, die herzzerreißend schreit 'Mein Kind stirbt, mein Kind stirbt'"?

Es habe aber auch Passanten gegeben, die sich noch vor Eintreffen der Rettungskräfte vorbildlich verhalten und erste Hilfe geleistet hätten, sagte die Polizei. Sie hätten das Kind sogar aus seinem Kinderwagen befreit und sich um die Mutter gekümmert.

Stand: 14.07.2017, 14:40