Studiengebühren: Ruhr-Unis befürchten Nachteile

500 Euro-Schein, Hörsaal

Studiengebühren: Ruhr-Unis befürchten Nachteile

  • Hochschulen befürchten Nachteile durch geplante Studiengebühren
  • Landesregierung will 1.500 Euro von Studierenden aus Nicht-EU-Ländern
  • Sorge: Leistungselite aus ärmeren Ländern könnte verloren gehen

In der Diskussion um Studiengebühren für Studenten aus Nicht-EU-Ländern schalten sich jetzt die Ruhrgebiets-Hochschulen ein. Die Folkwang Hochschule der Künste in Essen fürchtet, dass begabte Studenten aus ärmeren Ländern sich das Studium künftig nicht mehr leisten könnten und hat erneut auf das Problem durch die geplanten Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer hingewiesen.

Sorge um Leistungselite

Campus der Folkwang Univesität der Künste aus der Luft

Die Folkwang Hochschule der Künste in Essen

Betroffen seien davon 30 Prozent der Studierenden, sagt Folkwang-Rektor Andreas Jacob. Er fürchtet, dass seiner Hochschule begabte Studenten aus armen Ländern verloren gehen. Es sei aber wichtig, genau solche Talente nach Deutschland zu holen.

"Wovon wir reden ist die absolute Leistungselite", so Jacob weiter. "Das sind nicht Studierende in einem Massenstudienfach. Sondern das sind handverlesene künstlerisch exzellente Leute. Das sind genau die Studierenden, die man wirklich haben möchte."

Geldschwemme oder Exodus?

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 13.07.2017 | 04:05 Min.

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Die Ruhr-Universität in Bochum und die Hochschule Rhein-Waal mit Sitz in Kleve sehen das ähnlich. Nicht-EU-Ausländer studieren dort oft MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Diese seien auf dem deutschen Arbeitsmarkt gefragt und sollten eher umworben statt durch Studiengebühren verschreckt werden.

Landesregierung in der Kritik

Die neue schwarz-gelbe Landesregierung plant, für Studenten aus Nicht-EU-Ländern Gebühren in Höhe von 1.500 Euro pro Semester einzuführen. Auch wenn CDU und FDP betonen, dass es viele Ausnahmeregelungen geben soll, formiert sich immer mehr Protest an den Hochschulen.

Christian Lindner live im WDRforYou-Hörsaaltalk

FDP-Chef Lindner bei einer Hörsaal-Diskussion

Erst vergangene Woche stürmten Studierende an der Ruhr-Universität Bochum eine Veranstaltung mit FDP-Chef Christian Lindner. Der konterte mit einer im Hörsaal stark beklatschten Gegenrede. Lindner argumentierte vor allem damit, dass das Geld für die Hochschulen nötig sei, da sich die Studienbedingungen seit 2010 deutlich verschlechtert hätten.

Stand: 17.07.2017, 09:57