Gericht: RWE muss nicht für weltweite Klimaschäden haften

Gericht: RWE muss nicht für weltweite Klimaschäden haften

  • Landgericht hat Klage abgewiesen
  • Bauer aus Peru muss Gerichtskosten tragen
  • Bauer gibt RWE Mitschuld an Umweltschäden in seiner Heimat

Drei Wochen nach Prozessbeginn hat das Landgericht Essen am Donnerstag (15.12.2016) entschieden, dass ein peruanischer Bauer mit seiner Klage gegen RWE nicht in die Beweisaufnahme gehen darf. Somit ist die Schadenersatzklage wegen Klimaschäden gegen den Essener Energieriesen RWE gescheitert. Außerdem muss der Kläger die Prozesskosten tragen.

Der Vorsitzende Richter hatte schon bei Prozessbeginn betont, dass es zentral auf einen Zusammenhang zwischen den RWE-Schadstoffen und dem Gletscher in dem peruanischen Dorf ankomme. Der Richter sah wohl keine Chancen, dass dieser Zusammenhang bewiesen werden könnte.

Bauer wurde von Umweltorganisation unterstützt

Saúl Luciano Lliuya wollte 17.000 Euro von RWE für Schutzmaßnahmen gegen das Überlaufen eines Gletschersees oberhalb seiner Heimatstadt Huarez haben. Schuld an der Gletscherschmelze sei der Klimawandel. Den verursache RWE durch seine Kohlekraftwerke und den Ausstoß von Kohlendioxid weltweit, begründete Saúl Luciano Lliuya seine Klage. Der Bauer wurde von der Umweltorganisation Germanwatch unterstützt.

 Der peruanische Kleinbauer Saul Luciano aus Huaraz, Peru

Der peruanische Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya aus Huaraz, Peru

RWE hatte die Forderung des Landwirts zurückgewiesen. Ein einzelner Emittent könne nach dem deutschen Zivilrecht nicht für allgemein verursachte und global wirkende Vorgänge wie den Klimawandel haftbar gemacht werden, hatte der Konzern bei der Anhörung im November erklärt. RWE produziert mehr als die Hälfte seines Stroms aus Kohlekraftwerken.

Stand: 15.12.2016, 15:45