50.000 bei Ruhr Games in Dortmund, Hamm und Hagen

50.000 bei Ruhr Games in Dortmund, Hamm und Hagen

Von Larissa Pluschke

  • Vier Tage lang Wettkämpfe und Workshops
  • 50 Sport-Disziplinen und Konzerte
  • Tausende bei internationalem Jungendcamp

Was mit einem starken Gewitter an Fronleichnam begonnen hatte, endete am Sonntagabend (18.06.2017) mit strahlendem Sonnenschein und einem gut gefüllten Stadion Rote Erde in Dortmund. Allein 11.000 Besucher waren zur Abschlussveranstaltung des Festivals gekommen, viele Menschen standen vor dem Stadion Schlange.

Grund für den großen Andrang dürfte wohl das Konzert von Pop-Künstler Clueso gewesen sein. Er bot das letzte Programm-Highlight des diesjährigen Festivals.

Veranstalter mit Besucherzahlen zufrieden

Die Sieger der sportlichen Wettkämpfe versammeln sich zur Ehrung auf der Bühne.

116 Siegerinnen und Sieger wurden auf der Bühne geehrt.

50.000 Menschen haben sich insgesamt 2017 auf den Weg zu den Ruhr Games in Dortmund, Hamm und Hagen gemacht. Eine Zahl, die die Erwartungen vom Veranstaltungsteam voll erfüllt. "Wir sind sehr zufrieden damit, wie es in diesem Jahr gelaufen ist. Besonders bewegend ist es für mich zu sehen, wie gut sich die Jugendlichen aus 15 Nationen miteinander verstanden haben", betont Karola Geiß-Netthöfel vom Regionalverband Ruhr. Die Besten unter ihnen wurden am Sonntag auf der Bühne für ihre Wettkampfleistungen geehrt.

5600 junge Athleten haben sich in den verschiedensten Sportarten gemessen. Allein 600 von ihnen haben auch im großen Jugendcamp am Standort Hamm übernachtet. Zelt an Zelt wohnten da Deutsche, Südafrikaner, Brasilianer, Polen, Pakistaner und viele andere Nationen.

Stress gab es nicht, dafür haben die Jugendliche neue Freundschaften aus der ganzen Welt geknüpft. Und das Gefühl gewonnen, bei einer kleinen Ausgabe der Olympischen Spiele dabei zu sein.

Volles Sportprogramm auch am Sonntag

Ein Mountainbiker springt über einen fünf Meter hohen Erdhügel.

Vor der Dortmunder Stadionkulisse wagen einige Mountainbiker meterhohe Stunts.

Auch am letzten Festivaltag stand allerdings weiterhin der Sport im Vordergrund. Vor allem im Bereich der Street-Sportarten: Die Finalisten im Skaten stürzten sich in die Halfpipes und zeigten ihre besten Tricks auf dem Board.

Die zehn besten Fahrer konnten sich sogar für die Deutsche Meisterschaft im Skaten qualifizieren. Einen besonderen Blickfang boten außerdem die Mountainbike-Fahrer, die vor der Kulisse des Stadions, über meterhohe Erdhügel sprangen – Salti inklusive.

Ruhr Games 2019 in Duisburg und Mühlheim

Sofern das Land Nordrhein-Westfalen das Festival auch in Zukunft unterstützt, sollen die nächsten Ruhr Games unter anderem in Duisburg und Mühlheim stattfinden. "Dann könnte es womöglich einen stärkeren Fokus auf Wassersportarten geben. Das bietet sich beim Strandbad Wedau in Duisburg ja an", verriet Karola Geiß-Netthöfel. Da habe sich das Veranstalterteam schon ein paar Gedanken gemacht, denn nach den Ruhr Games, sei eben auch wieder vor den Ruhr Games.

Die Ruhr Games in Bildern

Von Andreas Sträter

Über Rampen durch Lüfte fliegen, klettern, hangeln und springen – all das war möglich bei den Ruhr Games. Die Besucher in Dortmund, Hamm und Hagen waren nach vier Tagen Spaß- und Actionsport begeistert.

Ruhr Games, Dortmund

So wie Familie Schwalm aus Dortmund-Hombruch haben am langen Fronleichnams-Wochenende tausende Menschen die zweiten Ruhr Games in Dortmund besucht. Laut Veranstalter sollen gut 50.000 Menschen zur großen Funsport-Veranstaltung nach Dortmund, Hamm und Hagen gekommen sein. Das Angebot im Stadion Rote Erde, unweit des Fußballstadions, sei voll nach ihrem Geschmack, sagte Jasmin Schwalm: "Mir gefällt vor allem, dass die Veranstaltung kostenlos und damit sehr familienfreundlich ist."

So wie Familie Schwalm aus Dortmund-Hombruch haben am langen Fronleichnams-Wochenende tausende Menschen die zweiten Ruhr Games in Dortmund besucht. Laut Veranstalter sollen gut 50.000 Menschen zur großen Funsport-Veranstaltung nach Dortmund, Hamm und Hagen gekommen sein. Das Angebot im Stadion Rote Erde, unweit des Fußballstadions, sei voll nach ihrem Geschmack, sagte Jasmin Schwalm: "Mir gefällt vor allem, dass die Veranstaltung kostenlos und damit sehr familienfreundlich ist."

In Dortmund, Hamm und Hagen gab es am Fronleichnams-Wochenende Wettkämpfe in 19 Sportarten. Ein Höhepunkt am Sonntagnachmittag (18.06.2017) war das Finale im BMX Flatland. Bei dieser Sportart müssen die BMX-Fahrer – wie hier der französische Fahrer Matthias Dandois – mit unterschiedlichen Tricks und Manövern auf flachem Boden überzeugen. Das Besondere: Die Sportler fahren teilweise ohne Bremse. "Was so einfach aussieht, das ist harte Arbeit", sagte der BMX-Moderator in Dortmund. "Und für die Fahrer ist das heute eine ziemlich heiße Geschichte."

Michael Graap ist begeistert von den BMX-Darbietungen. "Das ist BMX-Sport in Perfektion". Der Castroper ist mit seinem Enkel Marc nach Dortmund gekommen. "Es ist schon interessant, wie viele Sportdisziplinen gezeigt werden." Für ihn habe sich der Besuch am heißen Sonntagnachmittag gelohnt.

Parcours-Experte Christian Krupke hält die Ruhr Games für einen großer Erfolg: "Wir haben vielen jungen Leute zeigen können, dass das Leben nicht voller Hindernisse ist, sondern voller Wege." Krupke bietet solche Kurse auch im Sportsport oder über das Dietrich-Keuning-Haus, einer Begegnungsstätte in der Dortmunder Nordstadt, an.

Seine Mutter, Sylvia Dankert findet es klasse, dass die Jungs ganz legal sprayen können. Für die Ruhr Games legten die Besucher aus Niedersachsen ein verlängertes Wochenende in Dortmund ein. Am Abend wollen die Bückeburger noch das Konzert des Sängers Clueso im Stadion Rote Erde besuchen.

Sprayer Arthur gönnte sich eine Pause auf der überdimensionalen Bankschaukel. "Skaten, Graffiti, Musik – das passt gut zusammen", sagte der Künstler. Die Graffiti-Ecke sei in den vergangenen vier Tagen sehr gut besucht worden, vor allem von Kindern. "Die würden am liebsten alles bemalen."

Ben und Luca (links) beim Probeboxen mit dem italienischen Trainer Francesco Solineo. So wie die beiden haben viele Jungendliche den Sport bei den Ruhr Games ausprobiert. "Boxen kann Jugendliche offener und freier machen", erläutert Dieter Schumann, Vorsitzender des Vereins "Dortmunder Boxsport".

Die Handballerinnen des Handballverbandes Niedersachsen (HNV) feuerten in der Helmut-Körnig-Halle befreundete Vereine an. Dass in der Sporthalle deutlich weniger los war als draußen, störte die Sportlerinnen wenig. "So verstehen wir unser eigenes Wort noch und können bei Spielzügen besser miteinander kommunizieren", sagte Spielerin Kyara. Die Handballerinen haben sich aber auch noch andere Fun- und Actionsportarten angeschaut

Tatsächlich war die Bandbreite der angebotenen Sportarten enorm – auch Speedklettern gehörte dazu. Insgesamt ziehen die Veranstalter – der Regionalverband Ruhr mit dem NRW-Familienministerium und dem Landessportbund NRW – ein positives Fazit. Die dritten Ruhr Games sollen im Jahr 2019 in Duisburg stattfinden.

Stand: 19.06.2017, 06:03

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