Razzien nach Anschlag auf Café in Essen

Razzien nach Anschlag auf Café in Essen

Von Ahmet Şenyurt

  • Polizei durchsucht am Donnerstag (09.02.2017) Wohnungen
  • 13 Verdächtige wurden festgenommen
  • Auslöser war Anschlag auf Café in Essen im November
  • Tat könnte politisch motiviert gewesen sein

Donnerstagmorgen (09.02.2017) hat die Polizei bei einer landesweiten Razzia 13 Verdächtige festgenommen. 17 Haftbefehle gab es insgesamt, vier der Gesuchten wurden allerdings nicht angetroffen. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftbefehle gegen die Personen erlassen - wegen versuchter schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes. Geleitet wurde der Einsatz von der Essener Polizei. Er steht vor dem Hintergrund eines Anschlags auf ein türkisches Teehaus im vergangenen November (04.11.2016) in Essen.

Mehrere hundert Beamte waren bei der Razzia im Einsatz gewesen. Sie durchsuchten insgesamt 30 Wohnungen, unter anderem in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Duisburg, Köln und Meckenheim. Dabei wurden Messer, eine Schreckschusspistole, ein Schlagstock, sowie Handys und Festplatten sichergestellt.

Razzia nach Brandanschlag auf Café

Landesweit gab es Festnahmen nach Brandanschlag

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Festgenommenen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen könnten und der Brandanschlag deswegen politisch motiviert gewesen sein könnte. Erste Vermutungen, dass die Festgenommenen Kontakte zu der Bahoz-Gruppierung haben könnten, haben sich nach bisherigem Ermittlungsstand nicht erhärtet.

Ein Verletzter bei Anschlag auf Teehaus

Bei dem Anschlag vergangenes Jahr in Essen-Kray waren mehrere Molotowcocktails aus einer größeren Personengruppe heraus in das türkische Lokal geschleudert worden. Eine Person wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei ermittelte schnell drei Verdächtige, gegen die Haftbefehle erlassen wurden. Polizei und das Landeskriminalamt fahnden seit dem Essener Brandanschlag im kurdischen Milieu.

Stand: 09.02.2017, 18:14