Aufräumarbeiten nach Säurealarm in Oberhausen beendet

Aufräumarbeiten nach Säurealarm in Oberhausen beendet

Von Andrea Groß

  • Schadstoffwolke aus Chemiewerk
  • Behälter mit Schwefelsäure geborsten
  • Aufräumarbeiten erst am Freitag beendet
  • 300 Tanklastzüge zum Abtransport der Säure

Die Aufräumarbeiten nach dem Säureunfall sind weitgehend beendet. Bis Freitagvormittag (17.02.2017) hat die Feuerwehr einen defekten Tank leer gepumpt. Die ausgetretene Flüssigkeit sei in ein Auffangbecken gelaufen und werde ebenfalls kontrolliert abgepumpt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die letzten Straßensperren sollen bis zum Nachmittag aufgehoben sein.

Löschfahrzeug der Feuerwehr sichert Unfallstelle

Sicherheitshalber verbleibt ein Löschfahrzeug am Ort. Die letzten Reste der Flüssigkeit müssen von einer Spezialfirma aus dem Tank entfernt werden. In einer Chemiefirma in Oberhausen ist am Donnerstagmorgen (16.02.2017) ein 600-Kubikmeter-Behälter mit Schwefelsäure geborsten. Stundenlang zog eine Säurewolke über Oberhausen.

Keine Beeinträchtigung des Trinkwassers

Die Einsatzkräfte gaben an, für den Abtransport der Säure insgesamt rund 300 Tanklastzüge benötigt zu haben. Bis auf den geborstenen Tank sind offenbar keine Schäden durch den Unfall entstanden. Die Emschergenossenschaft nimmt regelmäßig Proben des Trinkwassers. Bisher gibt es da keine Beeinträchtigung.

Ursache: menschliches Versagen

Das Unternehmen Hamm Chemie gab als Grund für den Unfall menschliches Versagen an. Das Unglück passierte beim Verladen von Salzsäure von einem Schiff. Ein Mitarbeiter hatte diese aus Versehen in einen Schwefelsäuretank gepumpt. Durch eine chemische Reaktion platzte dann der Tank. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Rauchwolke in Oberhausen: Feuerwehr hat immer noch zu tun

WDR 2 | 17.02.2017 | 02:02 Min.

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Die Feuerwehr setzte Wasserwerfer ein, um die Säurewolke zu bekämpfen. Das Säuregemisch konnte so stark verdünnt werden. Das Leck ist nach Angaben des Unternehmens inzwischen geschlossen. Der Sachschaden beläuft sich laut des Geschäftsführers von Hamm Chemie auf etwa 1,5 Millionen Euro.

Wie sich die Giftwolke in Oberhausen ausbreitete

Aus einem Tank trittin Oberhausen Schwefelsäure aus

Die Giftwolke wurde am Donnerstagmorgen (16.02.2017) im Chemiewerk "Hamm Chemie" in Oberhausen freigesetzt.

Die Giftwolke wurde am Donnerstagmorgen (16.02.2017) im Chemiewerk "Hamm Chemie" in Oberhausen freigesetzt.

Von dort aus zog die Schadstoffwolke weiter über den Nordosten der Stadt. Anwohner wurden gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. In Kindergärten und Schulen durften Kinder bis zum frühen Nachmittag nicht ins Freie.

Ein Mitarbeiter hatte versehentlich Salzsäure in den Schwefelsäure-Tank geleitet. Durch eine chemische Reaktion platzte dann die Hülle. Am Nachmittag wurde der geborstene Tank geleert.

Die Oberhausener Feuerwehr bekämpfte die Säurewolke mit Wasserwerfern. Rund 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz, darunter auch Spezialisten für chemische Industrie aus Chemiestandorten in Marl und Leverkusen.

40 Beschäftigte des Chemiehändlers und 110 Mitarbeiter eines benachbarten Betriebes wurden vorsorglich untersucht. Acht von ihnen mussten ärztlich behandelt werden.

Die Autobahn 42 war von der Giftwolke ebenfalls betroffen. Sie war zwischen Oberhausen-West und der A516 in beiden Richtungen vollgesperrt. Auch auf dem Rhein-Herne-Kanal wurde der Verkehr zwischenzeitlich gestoppt.

Acht Menschen verletzt

Acht Personen wurden verletzt und mussten ärztlich behandelt werden. Die Autobahn 42 war bis zum frühen Donnerstagnachmittag (16.02.2017) zwischen Oberhausen-West und der A516 in beiden Richtungen vollgesperrt. Die Folge waren lange Staus. Auch bei der Bahn ging auf der Linie von Wesel nach Düsseldorf und Koblenz zwischen Oberhausen Hauptbahnhof und Sterkrade bis zum Nachmittag nichts: Viele Züge fielen aus.

Die Schadstoffwolke behinderte auch den innerstädtischen Verkehr, die Polizei hatte den Bereich um den Chemiebetrieb lange Zeit abgesperrt. Das etwa drei Kilometer entfernte Einkaufszentrum "Centro" in Oberhausen konnte erst etwas verspätet öffnen.

Stand: 17.02.2017, 11:44