Prozess wegen illegalem Straßenrennen mit fünf Verletzten

Zwei zerstörte Autos

Prozess wegen illegalem Straßenrennen mit fünf Verletzten

  • Fahrer soll mit Tempo 100 in den Gegenverkehr geraten sein
  • Angeklagter bestreitet Raserei-Vorwurf
  • Gutachter stellten Unfall nach
  • "Dashcam"-Video soll bei Aufklärung helfen

In Hagen hat am Montag (29.05.2017) der Prozess um ein illegales Straßenrennen begonnen. Angeklagt sind zwei 34 und 47 Jahre alte Männer. Sie sollen vor einem Jahr einen schweren Unfall mit fünf Verletzten verursacht haben. Einer der Angeklagten bestritt vor Gericht, dass es überhaupt ein Rennen gegeben haben.

Illegales Rennen mit Tempo 100

Beim Stopp an einer Ampel sollen sich die beiden Autofahrer spontan zu einem verbotenen Rennen verabredet haben - auf der Feithstraße in Hagen. Laut Staatsanwaltschaft waren sie dann mit Tempo 100 oder noch schneller unterwegs - erlaubt sind dort nur 50 Kilometer pro Stunde. Die Anklage lautet auf vorsätzliche Straßenverkehrsgefährung und fahrlässige Körperverletzung.

Unfall in unübersichtlicher Kurve

In einer unübersichtlichen Rechtskurve krachte es dann: Der rechts fahrende 34-Jährige musste einem langsamer fahrenden Wagen nach links ausweichen, der links fahrende 46-Jährige wich seinerseits in den Gegenverkehr aus. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft. Bei dem folgenden schweren Unfall wurden unter anderem eine Mutter und ihre beiden Kinder verletzt, der 6-jährige Sohn schwebte länger in Lebensgefahr.

Einer der Angeklagten streitet Raserei ab

Prozessauftakt im Hagener Raserprozess

Prozessauftakt im Hagener Raserprozess.

Einer der beiden Angeklagten fühlt sich zu Unrecht als "Raser" abgestempelt. "Es gab kein Rennen, bezüglich der Geschwindigkeiten werden aber jetzt noch keine Angaben gemacht", sagt sein Verteidiger Dominic Maraffa heute (29.05.2017). Für den Angeklagten und seine Familie sei diese falsche Berichterstattung eine besondere Belastung, sagt der Verteidiger, weil dadurch eine Vorverurteilung stattgefunden habe.

Darstellung des Angeklagten überzeugt Staatsanwaltschaft nicht

Vielmehr sei er damals auf dem Weg nach Hause zu seinem kranken Sohn gewesen, dem es sehr schlecht gegangen sei. Deswegen, so die Argumentation des Angeklagten, war er in Panik und ist so schnell gefahren. Es tue ihm aber unendlich leid, was passiert sei.

Die Staatsanwaltschaft bleibt bei ihrer Darstellung. Sie geht weiter davon aus, dass die beiden Fahrer sich ein Rennen geliefert haben und um jeden Preis gewinnen wollten. Dieser Punkt ist am Ende wichtig: Erkennt das Gericht einen Vorsatz oder nicht? Denn das hat dann Konsequenzen für das Ausmaß der Strafe.

Gutachter stellten Unfall nach

Gutachter haben den Unfall vor dem Prozess nachgestellt - aus Sicherheitsgründen aber nur mit halber Geschwindigkeit. Außerdem soll ein sogenanntes "Dashcam"-Video bei der Aufklärung helfen. Aufgenommen hat es ein Fahrer, der zufällig hinter den beiden mutmaßlichen Rasern unterwegs war. Das Landgericht Hagen hat fünf Verhandlungstage bis Anfang Juli angesetzt.

Stand: 29.05.2017, 14:12