Ex-Schwager erstochen: Angeklagter spricht von Notwehr

Die Fassade des Landgerichts Hagen

Ex-Schwager erstochen: Angeklagter spricht von Notwehr

  • Prozess wegen Totschlags vor dem Landgericht Hagen
  • Angeklagter gibt Tat zu
  • Er will aus Notwehr gehandelt haben

Der 60-Jährige soll Mitte Mai in Hagen seinen früheren Schwager erstochen haben. Zum Prozessauftakt am Dienstag (14.11.2017) hat der Angeklagte die Tat zugegeben, er will er die tödlichen Stiche aber aus Notwehr gesetzt haben. Sein Ex-Schwager habe ihn urplötzlich mit Schlägen attackiert. Da habe er sich nicht mehr anders zu helfen gewusst. Das Opfer starb auf offener Straße an den Folgen von 24 Messerstichen.

Vergeblich auf Unterstützung gehofft

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 60-Jährige den Bruder seiner Ex-Frau besucht hat, um diesen zu bitten, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Der Angeklagte habe die Trennung rückgängig machen wollen und dabei auf die Unterstützung seines früheren Schwagers gehofft. Das spätere Opfer soll in dem Gespräch sogar Sympathien für den Angeklagten gezeigt haben. Gleichzeitig machte er aber laut Anklage deutlich, dass er sich nicht in die Angelegenheiten seiner Schwester einmischen wolle.

Acht Verhandlungstage in Hagen

Nach dem Gespräch hatte der 60-Jährige zusammen mit seinem Schwager die Wohnung verlassen. Warum es anschließend vor der Tür zum Streit kam, ist unklar. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt acht Verhandlungstage bis zum 20. Dezember angesetzt. 

Stand: 14.11.2017, 18:06