Prozess gegen Automaten-Betrüger

Mann spielt an einem Spielautomaten

Prozess gegen Automaten-Betrüger

In Essen stehen ab Donnerstag (23.06.2016) ein früherer Geschäftsführer und der Technische Leiter der Automatenfirma vor Gericht. Sie sollen mit einer Gelsenkirchener Bande bundesweit Geldspielgeräte manipuliert haben.

Die veränderte Software in den Spielgeräten soll dazu geführt haben, dass sie weniger Gewinne ausspuckten, als vorgeschrieben. Zugleich waren die Betrüger durch die Manipulation in der Lage, die Automaten leer zu spielen. Der Druck auf die richtigen Tasten brachte die Geräte zum Sprudeln. Sogenannte Läufer haben das Geld dann in den Spielhallen abkassiert. Mit Razzien in mehr als 50 Städten legte die Polizei der Bande 2015 das Handwerk.

Die Läufer sind für das Leerspielen der Automaten schon zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Nun geht es um die vermeintlichen Chefs. Die beiden Angeklagten waren der Geschäftsführer und der Technische Leiter des Unternehmens. Ihnen unterstellt die Staatsanwaltschaft, dass sie das Wissen hatten, um die Manipulationen vorzunehmen. Doch die werden das abstreiten, sagen ihre Verteidiger. Der Prozess könnte also zäh werden: Nicht geständige Angeklagte, viele Verhandlungstage. Es geht um einiges: Computermanipulation kann mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden, wenn es zu einer Verurteilung kommt.

Stand: 23.06.2016, 15:27