Serie von Geldtransporter-Überfällen aufgeklärt

Zwei Gewehre als Tatwaffen

Serie von Geldtransporter-Überfällen aufgeklärt

  • Fünf Tatverdächtige bereits verhaftet
  • Überfälle mit Gewehren und Panzerfaust-Attrappen
  • Räuber erbeuteten mindestens 1,5 Millionen Euro

Die Polizei Hagen hat eine Serie von bewaffneten Geldtransporter-Überfällen aufgeklärt. Am Freitag (06.10.2017) hat sie Details zum Stand der Ermittlungen bekanntgegeben. Fünf Verdächtige wurden bereits in der vergangenen Woche verhaftet.

Fünf Überfälle können die Ermittler den Verdächtigen durch DNA-Spuren nachweisen, so hieß es auf der Pressekonferenz. Die Polizei ist sich aber sicher, dass die Männer noch weitere Taten begangen haben, insgesamt 16 derartige Überfälle zwischen 1997 und 2015.

Brutale Täter seit 20 Jahren aktiv

Die fünf Überfälle, die die Polizei den Männern zuordnet:

2000 in Neuss - Beute: 359.000 Euro

2001 Werl - Beute: 880.000 Euro

2002 Werl - keine Beute

2004 Wetter - keine Beute

2015 Dortmund - Beute: 300.000 Euro

Eine weitere Tat soll für diesen Winter geplant gewesen sein.

Bei den Überfällen seien die Männer sehr brutal vorgegangen. Die Geldtransporter wurden mit Fahrzeugen vorne und hinten blockiert, manchmal auch gerammt. Dann hätten die Täter mit Sturmfeuergewehren sofort geschossen, schilderte ein Polizeisprecher den Ablauf.

Ein paar Mal, zum Beispiel bei dem Überfall in Dortmund, seien auch Panzerfaustattrappen eingesetzt worden.

Munition, die bei der Razzia gefunden wurde

Diese Munition wurde bei der Razzia gefunden

In Werl war ein Geldtransport-Fahrer durch Glassplitter verletzt worden, alle anderen Fahrer kamen mit einem Schock davon. So erbeuteten die Räuber innerhalb der letzten zwanzig Jahre 1,5 Millionen Euro, vermutlich sogar noch mehr. Die Ermittler gehen davon aus, dass es weitere Taten und auch Täter gibt.

Alte Spuren neu untersucht

Eine Untersuchung von alten Beweismitteln mit neuen Methoden und ein Hinweis nach einer Tat in Dortmund brachten die Ermittler auf die richtige Spur.

Erfolgreiche Razzien durch SEK

In der vergangenen Woche hatten Spezialeinsatzkommandos dann zeitgleich mehrere Wohnungen in Wuppertal, Hilden, Haan und Solingen durchsucht. Dabei hatten sie die fünf Männer im Alter von 30 bis 53 Jahren festgenommen. Außerdem stellten die Beamten Waffen, Munition, sechsstellige Bargeldbeträge und mehrere Fahrzeuge sicher.

Unauffälliges Doppelleben als Handwerker geführt

Die Verhafteten hätten alle ein unauffälliges Doppelleben in einfachen Wohnungen geführt, der mutmaßliche Haupttäter zum Beispiel habe als Elektriker gearbeitet und sich von der Beute Immobilien und ein Luxusmotorrad gegönnt. Keiner der Männer ist bisher vorbestraft.

Stand: 06.10.2017, 16:25