Etappensieg für peruanischen Bauern gegen RWE

Saúl Luciano Lliuya vor Oberlandesgericht

Etappensieg für peruanischen Bauern gegen RWE

  • Klage vor dem Oberlandesgericht Hamm
  • Dorf des Bauern von Gletscherschmelze bedroht
  • RWE wird Mitschuld am Klimawandel vorgeworfen

Der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya hat bei seiner Klage gegen den Energiekonzern RWE vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm einen Etappensieg errungen. Anders als das Landgericht Essen in der ersten Instanz hält das OLG einen zivilrechtlichen Anspruch des Klägers grundsätzlich für möglich.

Zu prüfen sei nun, ob der Kläger in einem zweiten Schritt beweisen kann, dass speziell die Emissionen der Kohlekraftwerke von RWE für den Klimawandel in den Anden mitverantwortlich sind, sagte der Vorsitzende Richter Rolf Meyer in der mündlichen Verhandlung zum Auftakt.

Erste Klage abgewiesen

Peruanischer Bauer

Peruanischer Bauer kämpft für sein Heimatdorf

"Wenn wir jetzt nicht unsere Stimme erheben, dann werden wir sterben", formuliert der Peruaner seinen Standpunkt in einem ARD-Interview deutlich. Sein Dorf in den Anden könnte durch die Erderwärmung irgendwann überflutet werden, weswegen er erneut gegen RWE klagt. Seine erste Klage war im Dezember 2016 vom Landgericht Essen abgewiesen worden. Die Begründung damals: RWE könne nicht für die Folgen eines großen Ganzen verantwortlich gemacht werden; am Klimawandel seien mehrere Faktoren Schuld. Saúl Luciano Lliuyas Anwältin hatte bereits damals angekündigt, in Berufung zu gehen.

Streitpunkt sind 17.000 Euro

17.000 Euro will der Peruaner von RWE erstreiten, damit ein Damm gebaut werden kann, der seine Stadt Huarez sichern soll. Die Bedrohung ist real: 1941 starben durch eine Überflutung 5.000 Menschen. Mittlerweile leben 100.000 im Tal. Unterstützt wird Saúl Luciano Lliuya von der Umweltorganisation Germanwatch, die auch die Prozesskosten trägt.

Stromerzeuger am Pranger: Peruanischer Bergbauer verklagt RWE

03:24 Min.

Stand: 13.11.2017, 16:10