Fördergelder für Bochumer Opelaner liegengeblieben

Fördergelder für Bochumer Opelaner liegengeblieben

Von Daniel Chur

  • Drei Millionen Euro Fördergelder nicht abgerufen
  • Transfergesellschaft TÜV Nord arbeitet weiter
  • Wirtschaftsminister übergibt neuen Förderbescheid

Bei den Opelanern in Bochum ist offenbar weniger als die Hälfte der bewilligten 6,9 Millionen Euro aus einem EU-Fördertopf angekommen. Nur rund 3 Millionen Euro seien für Qualifizierungsaktivitäten, Beratung und Betreuung der Opelaner eingesetzt worden, bestätigte der Betriebsrat dem WDR.

Die Gelder hätten vom TÜV Nord abgerufen werden können, der die Transfergesellschaft für die Ex-Autobauer koordiniert. In der befinden sich derzeit rund 1.000 Menschen, die noch vermittelt werden müssen. Ihnen droht die Arbeitslosigkeit. Vermittelt wurden bislang rund 900 Menschen, weitere 700 gehen bald in Rente.

Betriebsrat kritisiert TÜV Nord

Der Opel-Betriebsrat kritisiert scharf, dass die EU-Millionen liegen geblieben sind. Es hätte mehr für die Opelaner getan werden können, sagt der Betriebsratsvorsitzende Murat Yaman. Er vermutet, dass der TÜV Nord Aufträge für Qualifizierungen nicht an andere Bildungsträger weiterreichen wollte.

Der TÜV Nord weist die Kritik zurück. Ein Großteil der Gelder hätte nur für Fördermaßnahmen zur Verfügung gestanden, die den ehemaligen Opel-Mitarbeitern nicht geholfen hätten. Die Arbeit der Transfergesellschaft läuft, nach zwei Jahren Arbeit, Ende Dezember für die Mehrheit der Ex-Opelaner aus. Nur rund 100 Härtefälle werden ein drittes Jahr in der Transfergesellschaft betreut.

DHL Paketzentrum in Bochum geplant

Das DHL-Paketzentrum soll 600 Arbeitsplätze schaffen

Unterdessen kommt am Donnerstag (22.12.2016) NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin nach Bochum. Er übergibt einen weiteren Förderbescheid an eine Gesellschaft, die das ehemalige Opel-Gelände inzwischen unter dem Namen "Mark 51°7" vermarktet. Dort entsteht ein DHL-Paketzentrum mit 600 Arbeitsplätzen.

Stand: 22.12.2016, 11:47