Bedarf an Jugendzentren im Ruhrgebiet nicht gedeckt

Bedarf an Jugendzentren im Ruhrgebiet nicht gedeckt

  • In Oberhausen entsteht ein neues Jugendzentrum
  • Zu wenig neue oder gute Einrichtungen im Ruhrgebiet
  • Einige Städte wollen Problem bekämpfen

Arbeitslosigkeit, viele Alleinerziehende, hoher Migrationsanteil, kinderreiche Familien - all das umschreibt die Situation im Stadtteil Osterfeld in Oberhausen. Kinder und Jugendliche brauchen hier oft Unterstützung. Ein neues Jugendzentrum soll nun entstehen.

Am Dienstagabend (04.04.2017) beschäftigt sich das Oberhausener Jugendparlament mit dem Konzept für das neue Jugendhaus, das der Kinder- und Jugendverband "Die Falken" betreiben wird. Finanziert wird die Einrichtung zu 80 Prozent über das Bundesprojekt "Soziale Stadt". Den Rest trägt die Stadt.

Verband kritisiert Politik

Ein Junge sitzt alleine auf einem Spielplatz in einer Hochhaussiedlung.

Oft fehlt es Kindern und Jugendlichen an Betreuung

Neue Jugendzentrem sind im Ruhrgebiet eine Seltenheit. Bei der "Arbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW", die sich seit Jahrzehnten um die Belange von Kindern und Jugendlichen im Land kümmert, wäre man schon froh, wenn es den bestehenden Einrichtungen besser ginge. "Viele Jugendzentren sind oft marode, selten barrierefrei und an Personal wird auch gespart", so Sprecherin Nina Hovenga.

Dabei seien Jugendtreffs wichtig, vor allem für Mädchen und Jungen, deren Eltern nicht so viel Geld haben. Vielerorts habe die Politik das erkannt. In einigen Kommunen im Ruhrgebiet wird nun mehr für Jugendliche getan - andere tun sich aber nach wie vor schwer.

Manche Städte handeln, manche nicht

Die Stadt Herne will das Problem bekämfen und stellt jetzt jährlich mehr Geld für die Jugendarbeit zur Verfügung. Jedes Jahr wird der Etat etwas aufgestockt, um Kinder- und Jugendeinrichtungen zu fördern. Ganz anders sieht es dagegen in Bottrop aus. Dort streiten sich SPD und CDU seit Jahren um Standort und Konzept für ein neues Jugendzentrum.

In Oberhausen-Osterfeld sollen in dem neuem Jugendzentrum viele ausgebildete Pädagogen arbeiten. Sie sollen immer ansprechbar sein und den Jugendlichen auch bei Problemen helfen, die sie zu Hause haben. Bis zur Eröffnung wird es allerdings noch dauern - sie soll 2019 sein.

Stand: 04.04.2017, 17:25