Hannibal-Eigentümer erhebt Vorwürfe gegen Stadt

Hannibal-Eigentümer erhebt Vorwürfe gegen Stadt

Der Eigentümer des geräumten Hochhauses Hannibal II erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Dortmund. Am Donnerstag (21.09.2017) hatte die Stadt den Komplex im Stadtteil Dorstfeld räumen lassen.

Über 750 Menschen mussten deshalb binnen weniger Stunden ihre Wohnungen verlassen. Ein Teil von ihnen übernachtete in einer großen Sporthalle. Als Grund gab die Stadt schwere Mängel beim Brandschutz an. Diese hätten der Stadt keine Wahl gelassen, so schnell zu handeln, sagte der Leiter des Krisenstabes Ludger Wilde.

Der Eigentümer, der Berliner Investor Intown, kritisierte das Vorgehen der Stadt als übereilt. Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich sagte dem WDR am Freitag (22.09.2017), bereits Ende August habe es eine gemeinsame Begehung des Gebäudes gegeben, um den Brandschutz zu begutachten.

Kritik an Informationspolitik der Stadt

Hochhauskomplex in Dortmund-Dorstfeld wird wegen Brandschutzmängeln geräumt

Seitdem habe Intown auf eigene Initiative erste Brandschutzmaßnahmen ergriffen. Zum Beispiel seien Rettungswege freigeschnitten und Brandwachen aufgestellt worden. Diese Maßnahmen hätte man ohne Rücksprache mit der Stadt durchführen müssen, so Hettrich: "Auf die Frage, was zu tun ist oder was die Stadt festgestellt hat, haben wir bis zum heutigen Tage keine Antwort und kein Protokoll bekommen."

Erst am Donnerstag habe man von der Stadt die Begründung bekommen, warum das Gebäude geräumt wurde: "Wir hatten keinerlei Zeit, um zu reagieren und unsere Mieter zu schützen." Die Stadt Dortmund wollte zu dem Vorwurf, sie habe den Vermieter nicht rechtzeitig informiert, am Freitag (22.09.2017) keine Stellung mehr nehmen.

Stand: 22.09.2017, 18:12