Rätsel um verschwundenes Geld aus Herne

Ein Koffer, der mit Banknoten gefüllt ist

Rätsel um verschwundenes Geld aus Herne

  • 115.000 Euro in Sparkasse Herne verschwunden
  • Bankangestellte gerät unter Verdacht
  • Gericht entscheidet: Kündigung unwirksam

Die Herner Sparkasse darf eine Angestellte nicht kündigen, obwohl sie verdächtigt wird, 115.000 Euro veruntreut zu haben. Da man ihr das nicht nachweisen könne, so entschied das Landesarbeitsgericht Düsseldorf in letzter Instanz, sei die Kündigung der Bank unwirksam.

Vertauschen des Koffers ausgeschlossen

Landesarbeitsgericht

Das Gericht wies die Klage der Bank ab

Die rätselhafte Geschichte hat sich bereits im Frühjahr 2015 ereignet. Die Angestellte öffnete einen Geldkoffer - entgegen der Vorschrift ohne Zeugen. Statt der erwarteten 115.00 Euro soll nur Babynahrung und Waschmittel darin gewesen sein. Die Sparkasse misstraute der verschuldeten Frau. Der Koffer war nämlich vor laufender Kamera gepackt und mit einem ständig überwachten Geldtransport nach Herne gebracht worden.

Die Angestellte hatte - entgegen der Dienstanweisung - den Koffer nicht in Gegenwart eines Kollegen geöffnet. Diesen holte sie erst später hinzu. Nach Recherchen ihrer Vorgesetzten soll sie selbst in Geldschwierigkeiten gesteckt haben. Andererseits wurden in ihrem Bankschließfach 40.000 Euro gefunden.

Gefundenes Geld stimmte nicht mit verlorenem überein

Im Bankschließfach der Angestellten wurden 40.000 Euro gefunden. Da diese Scheine aber andere Seriennummern hatten, als das verschwundene Geld, sah das Gericht keinen Zusammenhang. Die Sparkasse muss die Frau nun weiter beschäftigen. Der reine Verdacht reiche für die Kündigung nicht aus, urteilten die Richter. Wie die weitere Arbeit der Frau jetzt aussehen soll, will die Sparkasse noch nicht sagen.

Stand: 16.08.2017, 14:35